Unabhängiges Gremium soll über übrige Dosen entscheiden

Werra-Meißner-Kreis ruft Impfrat ins Leben - Gremium soll über übrige Dosen entscheiden

Ein Senior wird gegen den Corona-Virus geimpft.
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Im Werra-Meißner-Kreis soll es künftig einen unabhängigen Impfrat geben, der über die Verwendung übrig gebliebener Impfdosen gegen das Coronavirus entscheidet.

Im Werra-Meißner-Kreis soll es künftig einen unabhängigen Impfrat geben, der über die Verwendung übrig gebliebener Impfdosen gegen das Coronavirus entscheidet.

Werra-Meißner – Ein Impfrat – bestehend aus unabhängigen Juristen, Medizinern und Theologen – soll im Werra-Meißner-Kreis künftig darüber entscheiden, welche Menschen mit überzähligen beziehungsweise übrig gebliebenen Impfdosen gegen das Coronavirus geimpft werden sollen. Das teilte Landrat Stefan Reuß am Freitag auf der regulären Sitzung des Kreistages in Eschwege mit.

„Die Verwendung übriger Impfdosen soll künftig keine politische Entscheidung mehr sein und auch nicht von der Amtsärztin des Kreises alleine getragen werden“, sagte Reuß. Der Impfrat solle „am Ende eines jeden Tages“ entscheiden.

Damit reagierten der Landrat und sein Vize, Dr. Rainer Wallmann, jetzt auf die scharfe öffentliche Kritik in dieser Woche, zu der sie gestern erneut vor dem Kreistag Stellung bezogen. Beide Männer hatten sich am 27. Dezember bei einem Impftermin in einem Seniorenheim mit überzähligem Impfstoff gegen das Coronavirus impfen lassen (wir berichteten).

„Es gibt keine einheitliche Regelung, wie mit übrig gebliebenen Impfstoffen umgegangen werden soll“, sagte Reuß. Es hieße immer nur, die Entscheidung solle „vor Ort“ getroffen werden. Es komme aber immer wieder vor, dass Personen, die lange auf die Impfung gewartet haben, nicht zu dem Impftermin kommen beziehungsweise kommen könnten.

Entscheidung wurde im Vorfeld der Sitzung getroffen

Die Entscheidung, jetzt einen unabhängigen Impfrat – bestehend aus fünf bis sechs Personen – im Landkreis zu installieren, sei im Vorfeld der gestrigen Sitzung gefallen, bestätigen Reuß und Wallmann.

Die Besetzung stehe sogar schon. Die Namen sollen nächste Woche bekannt gegeben werden. Einen konkreten Zeitpunkt, ab wann der Impfrat tätig wird, gibt es bisher nicht, Reuß sagte aber, dass dies „zeitnah“ geschehen soll. Jetzt müsse erst geprüft werden, ob der Kreisausschuss zur Umsetzung benötigt werde, oder der Landrat und sein Vize dies allein umsetzen könnten.

Von den Entscheidungen des Impfrates sollen dann beispielsweise bestimmte Härtefälle profitieren. „Viele Menschen sind schon mit Attesten an uns herangetreten“, sagte der Landrat.

(Hanna Maiterth und Stefanie Salzmann)

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