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Kreis stellt mehr Geld für Feuerwehrstützpunkt Reichensachsen bereit

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Von: Tobias Stück

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So könnte es einmal aussehen: Für den Feuerwehrstützpunkt in Reichensachsen sollen die Ausschreibungen jetzt schnell wieder aufgenommen werden. MONTAGE: Luther Bauplanung
So könnte es einmal aussehen: Für den Feuerwehrstützpunkt in Reichensachsen sollen die Ausschreibungen jetzt schnell wieder aufgenommen werden. MONTAGE: Luther Bauplanung © Luther Bauplanung

Der Werra-Meißner-Kreis bekennt sich zur Beteiligung an dem Feuerwehrstützpunkt in Reichensachsen und stellt mehr Geld für das Projekt zur Verfügung. Das ist das Ergebnis der Finanzausschusssitzung des Kreises in dieser Woche. Statt 422 000 Euro bezuschusst der Kreis den Neubau mit mindestens 786 500 Euro.

Werra-Meißner - Es bleibt dabei, dass der Werra-Meißner-Kreis wie bei allen anderen Investitionen, die die Feuerwehren im Kreis betreffen, zehn Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt. „Davon werden wir nicht abrücken, weil wir alle gleich behandeln möchten“, sagt Landrätin Nicole Rathgeber.

Kreis beteiligt sch mit knapp 13 Prozent statt bisher mit zehn Prozent an Baukosten

Nach Neuberechnungen des Planungsbüros ergibt sich aber, dass der Kreis in dem neuen Gebäude mehr Platz für den überörtlichen Brandschutz in Anspruch nehmen wird als bisher berechnet. Daraus ergibt sich, dass sich der Landkreis mit 12,91 Prozent beteiligen wird. Statt der bisher angedachten 422 000 sind das dann derzeit 786 500 Euro. Ob das die endgültige Höhe der Beteiligung ist, ist unklar. „Noch stehen weitere Kostensteigerungen durch die allgemeine Marktsituation im Raum“, sagte Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich bei seiner Anhörung vor dem Finanzausschuss.

Die Planungen für den Feuerwehrstützpunkt laufen seit 2016. Die Reichensächser Wehr soll an der Brache ein modernes und zentral gelegenes Domizil aufschlagen. An dem Feuerwehrgerätestützpunkt will sich aber auch der Werra-Meißner-Kreis beteiligen. Für den „überörtlichen Brandschutz, die überörtliche allgemeine Hilfe und die überörtliche Ausbildung“ plant der Kreis zwei Fahrzeugstellplätze, die Mitnutzung des Schulungsraumes sowie der sanitären Einrichtungen für die Ausbildung, 24 Parkplätze für Lehrgangsteilnehmer und die Mitnutzung des Übungsturms für die Kreisausbildung. Rathgeber sprach von einem guten Projekt, das man mit Wehretal angestoßen habe. Der Übungsturm sei für die Zukunft notwendig, die Lage in Reichensachsen zentral und das Areal gäbe – falls nötig – Platz für Erweiterung her. Außerdem: „Ein eigener Neubau wäre für den Kreis ein erheblicher Kostenfaktor“, so Rathgeber. Beim Werra-Meißner-Kreis gab es Überlegungen, auf dem Gelände des Gefahrenabwehrzentrums anzubauen. Für einen Übungsturm wäre hier kein Platz gewesen.

Die erste Kostenschätzung des Projekts lag 2017 bei 4,2 Millionen Euro. Neuen Berechnungen aus dem Juli ergaben eine Gesamtinvestition von rund sechs Millionen Euro. Schätzungen der Gemeinde Wehretal zufolge könnte das Volumen noch auf sieben Millionen steigen. Die Ausschreibung war im Herbst daraufhin durch die Gemeinde Wehretal gestoppt worden. Man wollte abwarten, ob sich die Preise erholten.

Endgültig entscheiden wird der Kreistag in seiner Sitzung am 4. März. Die Gemeindevertretung von Wehretal wird am 7. März abstimmen. Erst danach wird die Ausschreibung wieder aufgenommen. (Tobias Stück)

Kompromiss auf Augenhöhe

Kommentar von Tobias Stück

Ein Säbelrasseln hat auch der Kreisausschuss in diesen Tagen verursacht, indem im Finanzausschuss laut überlegt wurde, die Beteiligung an dem Feuerwehrstützpunkt in Reichensachsen aufzugeben und das Projekt selbstständig auf dem kreiseigenen Grundstück am Gefahrenabwehrzentrum in Eschwege umzusetzen. Damit sollte der Gemeinde Wehretal wohl signalisiert werden, dass der Kreis sich nicht alles gefallen lassen wird, wenn die Forderungen der Gemeinde zu hoch werden.

Das Thema war aber schnell vom Tisch. Der Finanzausschuss hat sich für den Standort Reichensachsen ausgesprochen. Die Vorteile überwiegen. Und noch ein weiteres Bauprojekt mit kontinuierlich steigenden Preisen will man auch nicht.

Am Ende haben der Landkreis und die Gemeinde Wehretal einen Kompromiss getroffen, ohne das Gesicht zu verlieren: Wehretal bekommt mehr finanzielle Unterstützung, ohne dass der Kreis von seiner Gleichbehandlung der Feuerwehren abrücken muss. Jetzt muss aber zügig losgelegt werden. Denn die Hoffnung, dass die Preise sinken, haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil. ts@werra-rundschau.de

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