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Kreisbauernverbände betreiben erstmals Schulcafeteria im Werra-Meißner-Kreis

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Von: Michelle Funk

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In der Cafeteria der Kleeblattschule: Schülerin Joyce Ziplies geht mehrmals in der Woche in die Cafeteria, ihrem Vater Pascal gefällt das neue Angebot.
In der Cafeteria der Kleeblattschule: Schülerin Joyce Ziplies geht mehrmals in der Woche in die Cafeteria, ihrem Vater Pascal gefällt das neue Angebot. © Michelle Funk

Die Kleeblattschule in Reichensachsen lässt sich als erste Schule im Werra-Meißner-Kreis vorwiegend mit Lebensmitteln von heimischen Landwirten beliefern.

Die Kreisbauernverbände (KBV) Werra-Meißner und Kassel haben jetzt in der Kleeblattschule in Reichensachsen ein Projekt gestartet, bei dem „Landkraft Leistung“, die Tochtergesellschaft des Kasseler KBV, die dortige Cafeteria pachtet. Das Pilotprojekt ist Teil der Ökolandbau Modellregion Nordhessen. 

Im dort angesiedelten Arbeitskreis „Gesund genießen“ wird an der Verbesserung und Ausweitung des regionalen Schulcaterings gearbeitet. „Selbst gekocht wird bei uns schon sehr viele Jahre“, berichtet Andrea Schumacher, Schulleiterin der Reichensächser Grundschule. „Aber seitdem wir die Lebensmittel von Landwirten aus dem Kreis beziehen, wird das Angebot immer vielfältiger und gesünder.“ Eier, Nudeln, Kartoffeln, Rindfleisch und Milch sowie weitere Wurstwaren gehören zu den Zutaten, die Schulköchin Claudia Krengel für die Zubereitung des Mittagsessens und für Pausensnacks verwendet. 

„Für die nächste Zeit ist außerdem geplant, Brötchen, Gemüse, Obst, Käse, Joghurt und Quark in der Schulcafeteria anzubieten“, kündigt Stefanie Wittich, die Sprecherin beider Kreisbauernverbände, an. „Unser Grundkonzept ist es, die Produkte der Landwirte zu bündeln.“ Dadurch lasse sich das Konzept gut auf weitere Schulen übertragen, gleichzeitig minimiere es den Verwaltungsaufwand mit der Abrechnung auf beiden Seiten. 

Befürworter des Projektes ist auch der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann: „Die Kleeblattschule macht es vor, wie unkompliziert es sein kann, die Bauern in der Region zu unterstützen und gleichzeitig den Schülern qualitativ hochwertiges Essen anzubieten.“ Und, hofft Wallmann: „Wenn es den Schülern schmeckt, erzählen sie ihren Eltern davon, die dann anstatt beispielsweise abgepacktes Fleisch zu kaufen, lieber zum Metzger in der unmittelbaren Umgebung gehen.“ 

Gesundes Essen kommt bei Schülern gut an

Schokoriegel, Gummibärchen und Bonbons sollen in Zukunft durch frisches Obst und Gemüse-Sticks ersetzt werden – jedenfalls in der Schulcafeteria der Kleeblattschule in Reichensachsen. Seit Oktober vergangenen Jahres bezieht die Bildungseinrichtung Lebensmittel von regionalen Erzeugern. Etwa 100 von insgesamt 200 Schülern nehmen das Mittagsangebot in der Woche in Anspruch. „Im Monat werden in der Cafeteria circa 20 Kilogramm Schweinefleisch, 15 Kilogramm Rindfleisch, 20 Liter Milch, 30 Eier, 15 Kilogramm Nudeln und 10 Kilogramm Kartoffeln verarbeitet“, berichtet Freya Fehr vom Kreisbauernverband Kassel.

Ob sie das Mittagsangebot in der Schule annehmen, können die Kinder selbst entscheiden. „Jeden Tag wird etwas anderes gekocht. Zum Gericht dazu gibt es außerdem einen Nachtisch, ein Getränk oder auch mal eine Suppe“, erzählt Schulköchin Claudia Krengel. Der Preis bleibt dabei immer gleich: 3,30 Euro.

„Damit alle Schüler mittagessen können, übernimmt der Kreis einen Teil der Kosten für diejenigen, die sich das Essen ansonsten nicht leisten könnten“, sagt Schulleiterin Andrea Schumacher. Damit die Schüler in Zukunft mehr Platz beim Essen haben, soll es bald einen Raumwechsel geben. Zudem bekommt die Grundschule eine neue Küche. „Die Cafeteria ist einfach zu klein, um dort mit vielen Personen zu speisen“, meint Schumacher. „Für gehbehinderte Menschen ist es außerdem schwierig, diese zu erreichen, da sie nur über den Treppenaufgang zu erreichen ist.“ Wann es mit dem Umbau losgeht, steht bisher aber noch nicht fest.

Mehrmals in der Woche kommt Schülerin Joyce Ziplies in der Schulcafeteria vorbei. „Ich finde es super, dass die Schule Lebensmittel von Landwirten aus der Region bezieht“, sagt ihr Vater und Elternbeirat Pascal Ziplies. Ziplies ist nicht der Einzige, dem das neue Angebot der Schulcafeteria gefällt. „Bisher haben wir nur positive Rückmeldungen bekommen“, sagt die Schulleiterin Andrea Schumacher stolz. Ausflüge für die Schüler zu den Landwirten in der Region sollen demnächst stattfinden.

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