Chance für die Landwirtschaft

Kreisbauernverband über neue Ideen des Landwirtschaftsministers

Im Werra-Meißner-Kreis wird die Ernte eingefahren.
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Der Kreisbauernverband hofft auf die Chance auf eine moderne Landwirtschaft.

Werra-Meißner – Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Werra-Meißner sieht durch den neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) die Chance, eine moderne Landwirtschaft in Deutschland zu etablieren.

Ein „Weiter so“ habe in der Gesellschaft keine Akzeptanz mehr. Gleichzeitig knüpft Roth die Bedingung, eine Wettbewerbsverzerrung durch eine Bevorzugung der Bio-Landwirtschaft zu verhindern.„Konventionelle und Bio-Betriebe müssen gleich behandelt werden, es darf keine Wettbewerbsverzerrung geben“, sagt Roth.

Vorbehalte gegen das Landwirtschaftsministerium

Damit greift der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands eine Befürchtung auf, die einige seiner Berufskollegen umtreibt. „Es gibt Vorbehalte gegen das neue Landwirtschaftsministerium von Özdemir, dass sie ihre Klientel bedienen würden“, berichtet Roth von der Basis.

Positiv bewertet Roth Özdemirs jüngsten Vorstoß, Nahrungsmittel wieder mehr wertzuschätzen und die Landwirte als Produzenten besser zu bezahlen. „Es ist wichtig, in die Köpfe zu bekommen, dass wir Landwirte es sind, die hochwertige Lebensmittel herstellen“, sagt Roth. Dabei soll das Augenmerk auf der heimischen Produktion mit nachvollziehbarer Herkunft und kurzen Anfahrtswegen liegen. Dass das wertgeschätzt werde, zeige sich vor Ort. „Der Weg, regionale Erzeugnisse in den Menüplan der Kitas wie in Eschwege aufzunehmen, ist voll akzeptiert“, sagt Roth. Er sieht Özdemirs Ansinnen allerdings eher als frommen Wunsch: „In Deutschland bestimmen halt zwei bis drei Einzelhandelsketten die Preise am Markt.“

„Die Politik kann die Preise zwar nicht allein verändern, aber sie kann Einfluss nehmen“, sagt Torsten Möller, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, gegenüber unserer Zeitung und bemängelt, dass die Schweinepreise auf einem historischen Tiefstand und die Kosten für Futter und Energie bei der Haltung von Kühen und Schweinen zu hoch seien. Er wünscht sich vom neuen Landwirtschaftsministerium einheitliche Regeln in der EU. Auf mehr Regionalität hofft Möller auch bei Schlachthöfen – die seien in der Region rar gesät.

„Keine Ramschpreise für Lebensmittel“

Mit Cem Özdemir ist seit dem 8. Dezember nach Renate Künast ein Grünen-Politiker in der Verantwortung im Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung. Im Koalitionsvertrag ist verankert, dass der Öko-Landbau bis 2030 auf 30 Prozent steigen solle. Özdemirs erste Forderung: „Es darf keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben, sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima.“ 

Von Tobias Stück

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