Reuß und Wallmann besorgt: Booster-Impfungen bei Hausärzten beantragen

Kreisspitze ruft Bevölkerung im Werra-Meißner-Kreis zu Impfungen auf

Seit August wurden in Deutschland rund zwei Millionen der sogenannten Booster-Impfungen verabreicht. „Impfstoff ist genug da“, betonte Gesundheitsminister Spahn gestern während einer Pressekonferenz.
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Seit August wurden in Deutschland rund zwei Millionen der sogenannten Booster-Impfungen verabreicht. „Impfstoff ist genug da“, betonte Gesundheitsminister Spahn gestern während einer Pressekonferenz.

Landrat Stefan Reuß und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann appellieren an die Bevölkerung im Landkreis, sich impfen zu lassen und auch die sogenannte dritte Booster-Impfung in Anspruch zu nehmen. Grund sind die steigenden Infektionszahlen im Werra-Meißner-Kreis.

Werra-Meißner - Reuß und Wallmann zeigen sich besorgt. Aktuell sind mehr als 190 Menschen an Corona erkrankt, über 330 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die Inzidenz ist deutlich angestiegen, sie lag am Mittwoch bei 111, und auch die Behandlungsfälle im Klinikum Werra-Meißner nehmen sowohl auf der Intensiv- wie auch auf der Normalstation wieder zu. Der Hospitalisierungsinzidenz-Tageswert für Hessen lag gestern bei 3,61 pro 100 000 Einwohnern.

Impfdurchbrüche nehmen zu - Stiko empfiehlt Booster-Impfung

Bei den im Klinikum zu behandelnden Fällen handelt es sich zum Teil auch um Impfdurchbrüche. Das heißt also, trotz doppeltem Impfschutz hat das Coronavirus eine Ansteckung ausgelöst. Die vorliegenden Fälle zeigten nach Angaben des Landkreises jedoch, dass der Infektionsverlauf bei Geimpften deutlich weniger stark ausgeprägt sei.

Entsprechend der aktuellen Empfehlung der ständigen Impfkommission (Stiko) sollten alle, deren Erst- und Zweitimpfung sechs Monate oder länger zurückliegt, mit ihren Hausärzten Kontakt aufnehmen, um eine „Booster-Impfung“ zu bekommen. „Die Zahlen belegen“, so Landrat Reuß „dass es leider auch bei den doppelt Geimpften keinen dauerhaften Schutz vor der Ansteckung gibt.“ Dr. Wallmann ergänzt: „Die Impfungen sind immer noch der wirksamste Schutz auch vor schweren Krankheitsverläufen.“

Impfzentren werden nicht wieder geöffnet

Eine Wiedereröffnung des Impfzentrums Werra-Meißner ist indes nicht vorgesehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehe aus Sicht des Landes keine Notwendigkeit, die hessischen Impfzentren wieder zu öffnen, heißt es vonseiten des Sozialministeriums. Dass die Impfungen inzwischen durch die niedergelassenen Ärzte übernommenen wurden, biete zudem den Vorteil, dass die regional verteilten Praxen oft einfacher und schneller zu erreichen seien, als wenige zentrale Impfstellen. Überall in Hessen seien ausreichend Impfstoff und Kapazitäten vorhanden, um zeitnah einen Impftermin für eine Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung zu erhalten.

Der Verlauf der sogenannten vierten Welle, die in den nächsten Wochen und Monaten droht, erfordere größte Aufmerksamkeit. Sollte die Inzidenz in Hessen über 200 ansteigen, sind besondere Maßnahmen durch das Land Hessen vorgesehen, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden sollen. Auch bei einer Hospitalisierungsrate von mehr als 8 landesweit werden weitere Maßnahmen ergriffen. „Wir haben es in der Hand, Einfluss zu nehmen“, sagen Reuß und Wallmann. (Tobias Stück)

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