Auf Omikron-Variante vorbereitet

Kritische Infrastruktur im Werra-Meißner-Kreis hat Pandemiepläne überprüft

Nur geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet: Nach Vorgaben des Landes Hessen sollen die Feuerwehren nur diese Einsatzkräfte einsetzen. Das Training soll bis Ende Januar erst mal ruhen.
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Nur geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet: Nach Vorgaben des Landes Hessen sollen die Feuerwehren nur diese Einsatzkräfte einsetzen. Das Training soll bis Ende Januar erst mal ruhen.

Die sogenannte kritische Infrastruktur wie Feuerwehr, Polizei oder Strom- und Gasversorger im Werra-Meißner-Kreis fühlt sich für die Feiertage und die nächsten Wochen gut vorbereitet.

Werra-Meißner – Katastrophen- und Pandemiepläne mussten nicht neu aufgelegt, sondern nur aktualisiert werden. „Wir haben noch mal für die besondere Lage sensibilisiert“, sagt beispielsweise Eschwege Bürgermeister Alexander Heppe.

Die Situation

Die Geschwindigkeit, mit der sich Omikron ausbreitet, beunruhigt. Denn es ist nicht sicher, wie gut die bisher zugelassenen Impfstoffe vor einem schweren Krankheitsverlauf mit Omikron schützen. Das Robert-Koch-Institut stuft die Gefahr einer Ansteckung auch für Geimpfte und Genesene als hoch ein. Zudem empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Booster-Impfung neuerdings schon nach drei Monaten. Grund auch hier: Omikron. Bund und Länder beschlossen deshalb am Dienstag auch, genauer auf die Pandemiepläne von wichtigen Einrichtungen wie Feuerwehr, Kliniken und Stromversorgern zu schauen – und gegebenenfalls nachzubessern. Zuvor hatte der Corona-Expertenrat der Bundesregierung vor einer extremen Belastung der gesamten kritischen Infrastruktur gewarnt. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten zeitgleich erkranken oder in Quarantäne müssen, so die Befürchtung.

Werra-Meißner-Kreis

Der Katastrophenschutz-/ Pandemieplan des Werra-Meißner-Kreises habe sich seit Beginn der Pandemie bewährt und werde regelmäßig angepasst, heißt es vonseiten des Kreises. Der Werra-Meißner-Kreis hat darüber hinaus durch mobile Impfteams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) allen Feuerwehren sowie auch den Rettungsdiensten und der Polizei Angebote für Auffrischungsimpfungen gemacht. „Dadurch besteht hier jetzt der bestmögliche Impfschutz“, sagt der Sprecher des Landkreises, Jörg Klinge. Für die Kreisverwaltung gibt es einen hausinternen Pandemieplan, um den Dienstbetrieb aufrecht zu erhalten.

Kreisstadt Eschwege

Die Kreisstadt Eschwege betreibt unter anderem das Zentralklärwerk und mit den Stadtwerken einen Strom- und Gasversorger, der ebenfalls für Tausende Haushalte außerhalb Eschweges zuständig ist. Auch hier wurden die Pandemiepläne nur aktualisiert. „Wir arbeiten schon seit dem ersten Lockdown im März 2020 unter besonderen Bedingungen“, sagt Heppe. Teams werden getrennt, wo möglich arbeiten die Mitarbeiter im Homeoffice, Führungskräfte sind abgesondert. Auch der Baubetriebshof soll bei einem Wintereinbruch vorbereitet sein. Auch die Müllabfuhr wäre gewährleistet, so Heppe.

Feuerwehren

Für die Feuerwehren gibt es vom Land Hessen seit Donnerstag die Empfehlung, den Ausbildungs- und Übungsdienst bis Ende Januar 2022 einzustellen und bei Einsätzen nur geimpfte und genesene Einsatzkräfte einzusetzen. Wer die beiden Voraussetzungen nicht erfüllt, soll einen tagesaktuellen Nachweis eines negativen Antigen-Schnelltests erbringen. Das Innenministerium wies außerdem darauf hin, dass eine Nachbarwehr die Rufbereitschaft übernehmen könne, falls eine Stadt- oder Ortsteilfeuerwehr komplett ausfallen sollte. Bisher sei es dazu aber nicht gekommen.

Polizei

Bei der Polizeidirektion Werra-Meißner gibt es tägliche Besprechungen, wie man mit der Lage aktuell umgeht. „Wir versuchen eine Durchmischung zu verhindern“, berichtet Alexander Först, Sprecher der Polizeidirektion Werra-Meißner, über die seit Pandemiebeginn in unterschiedliche Schichten eingeteilten Polizisten. Der Tagdienst arbeitet, so weit es möglich ist, im Homeoffice. Notfalls werde Personal innerhalb der Präsidien in anderen Rollen eingesetzt oder die Bereitschaftspolizei helfe aus. Ein Landeseinsatzstab koordiniere das ebenso wie weitere organisatorische Maßnahmen. Die Beschäftigten im „operativen“ Geschäft seien zu nahezu 100 Prozent geimpft, viele hätten bereits ihre Drittimpfung erhalten, berichtet Björn Werminghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft außerdem.  (Tobias Stück)

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