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Hartmut Holzapfel (78) vor Weihnachten verstorben

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Von: Tobias Stück

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So kannte man ihn zuletzt in Eschwege: Hartmut Holzapfel. Archi
So kannte man ihn zuletzt in Eschwege: Hartmut Holzapfel. Archi © Salewski

Der frühere hessische Kultusminister Hartmut Holzapfel ist tot. Der SPD-Politiker starb bereits am 21. Dezember nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

Eschwege – Hartmut Holzapfel wurde 1944 als Sohn eines Lehrers im Ringgauer Ortsteil Röhrda geboren. Mit sechs Jahren zog er nach Eschwege um, wo er später an der Friedrich-Wilhelm-Schule sein Abitur ablegte. Ab 1963 studierte er in Frankfurt Soziologie und begann seine Arbeit im hessischen Kultusministerium 1969. Zwischenzeitlich trat Holzapfel in die SPD ein und erlangte ein Mandat in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung.

Holzapfel wurde Mitglied im hessischen Landtag

1974 schaffte er den Sprung in den hessischen Landtag. Holzapfel war von 1974 bis 2008 Mitglied des Landtags und dort 13 Jahre lang bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. 1991 wurde er Kultusminister im ersten rot-grünen Kabinett unter Ministerpräsident Hans Eichel. Das Amt hatte er bis 1999 inne. Von Januar bis April 1999 übernahm er geschäftsführend auch das Amt des Ministers für Wissenschaft und Kunst.

Neues Schulgesetz für bessere Bildungschancen

Unter seiner Führung als Kultusminister entstand ein neues Schulgesetz, das die Entscheidungskompetenzen der Schulen stärkte und wichtige Schritte zur Inklusion einleitete. „Sein lebenslanges Engagement für bessere Bildungschancen hat ihn und seine politische Arbeit angetrieben und unverwechselbar gemacht. Wir werden ihm stets ein ehrendes Angedenken bewahren“, würdigte ihn der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph. Als Politiker habe er mit klaren Argumenten überzeugt, aber auch die scharfe Auseinandersetzung nicht gescheut. Holzapfel sei ein profilierter Bildungspolitiker gewesen, der die Modernisierung des hessischen Schulwesens mit Nachdruck betrieben habe.

Förderung des kulturellen Austausches mit hessischen Partnerregionen

Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag 2008 hatte er den kulturellen Austausch mit den hessischen Partnerregionen gefördert. Er baute insbesondere die Beziehungen zu Litauen und Wisconsin aus. Der heutige Kultusminister Alexander Lorz (CDU) teilte mit: „Seine Lebensleistung und auch das besondere ehrenamtliche Engagement nach seiner Zeit als Kultusminister in Hessen verdienen über die Parteigrenzen hinweg großen Respekt.“

Holzapfel war interessiert an Literatur

Den Künsten und der Literatur war Holzapfel stets sehr zugeneigt. Holzapfel war Initiator und langjähriger Vorsitzender des Hessischen Literaturrats. Außerdem war er ab 1993 Mitglied der Donaldisten, einer Vereinigung zur Erforschung der Familie Donald Duck und des Entenhausener Universums. In seinen Vorträgen „Von der Welt der Enten und der Menschen“ zog er auf lustige Art und Weise Vergleiche der fiktiven Welt von Donald Duck mit dem Verhalten der Menschen.

Umfangreiche Donaldismus-Sammlung

Im vergangenen Juli überließ er seine umfangreiche Donaldismus-Sammlung der Internationalen Jugendbibliothek in München. Die Sammlung umfasst etwa 21 laufende Meter Primärliteratur mit Donald-Duck- und anderen Comic-Ausgaben, sowie Sekundärliteratur zu Donald Duck und zu Comics im Allgemeineren. Eine Besonderheit sind drei kleinformatige historische „Donald Duck“-Bände aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Originalsprache.

Nach Ende seiner politischen Karriere lebte Holzapfel weiter in Frankfurt und in Prag und kehrte später nach Eschwege zurück, wo er zuletzt eine Wohnung in der Innenstadt bewohnte. (Tobias Stück)

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