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Kunden im Werra-Meißner-Kreis achten auf bei Eiern auf den Preis

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Von: Evelyn Paul

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In mobilen Ställen mit viel Auslauf im Grünen fühlen sich die Hühner von Burkhard Ernst auf Gut Giesenhagen in Großalmerode wohl. Zudem werden sie von zwei Herdenschutzhunden bewacht.
In mobilen Ställen mit viel Auslauf im Grünen fühlen sich die Hühner von Burkhard Ernst auf Gut Giesenhagen in Großalmerode wohl. Zudem werden sie von zwei Herdenschutzhunden bewacht. © Evelyn Ludolph

Erzeuger von Bio- und Mobilstall-Eiern verkaufen in diesem Jahr weniger.

Werra-Meißner – Schwere Zeiten für Produzenten von Eiern: Gestiegene Preise sowohl für Verpackungen als auch für Diesel und Strom machen ihnen zu schaffen. „Der Bio-Eiermarkt ist zusammengebrochen, das Angebot liegt über der Nachfrage“, sagt Biolandwirt Burkhard Ernst aus Großalmerode. Er hält rund 200 Hühner in mobilen Ställen.

Auch bei Stefan Wetekam, der seine rund 2500 Hühner in mobilen Ställen rings um Witzenhausen-Neuseesen hält, ist das Geschäft schwieriger geworden. „Man muss mit ganz spitzem Bleistift rechnen“, sagt Wetekam und meint damit sowohl seinen Betrieb als auch die Kunden. Alles sei teurer geworden, von der Eierpackung, über Strom, Diesel, und ganz besonders die Futtermittel. Wo sonst der Doppelzentner um die 30 bis 35 Euro gekostet habe, sei man nun schon bei mehr als 50 Euro.

Es geht aber auch anders. „Es läuft wie verrückt“, sagt Petra Siebert. Die Familie betreibt einen Hühnerhof im Hessisch Lichtenauer Stadtteil Fürstenhagen mit bis zu 5000 Hühnern. Von einem Einbruch des Eiermarktes ist bei ihnen im Hofladen nichts zu spüren.

Landwirt Wetekams Meinung nach hat die regionale Landwirtschaft in den vergangenen zwei Jahren von der Pandemie profitiert, da die Kunden nicht in den Urlaub gefahren sind und sich stattdessen hochwertige regionale Lebensmittel gegönnt haben. Ähnliches bekommt Petra Siebert von ihren Kunden berichtet: „Die Bio-Eier und Eier aus mobilen Ställen sind wohl zu teuer. Die Kunden müssen rechnen.“ Familie Siebert hat sich bewusst für die Bodenhaltung und gegen den Auslauf im Freien entschieden, da so die Hühner weder Habicht noch Fuchs fürchten müssen. „Wenn einmal ein Fuchs in der Herde war, dann legen die Hühner keine Eier mehr“, erklärt Siebert.

Da sie ihr Futter selbst herstellen, haben ihre Eier einen besonderen Geschmack, den die Kunden schätzen. Dank der Bodenhaltung können sich die Kunden so gute Eier leisten, die aber etwas günstiger sind als Eier aus Hühnermobilen. „Knickeier kaufen die Leute in diesem Jahr wie verrückt“, sagt Siebert. Das sind mit zehn Stück für 1,50 Euro die günstigsten Eier im Sortiment, da sie eine raue Schale haben.

Einen Preisanstieg gab es bei den Eiern auch, weil seit diesem Jahr keine Küken mehr getötet werden dürfen. Siebert lässt die männlichen Küken von einem Partnerbetrieb aufziehen. (Evelyn Ludolph)

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