Kunstmaler Richard Assmann starb vor 50 Jahren in seiner neuen Heimat

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Selbstbildnis um 1950: So kennen noch viele Menschen Richard Assmann – links der weiße Malerkittel, rechts die Trachtenjacke geben Hinweis auf den Kunstmaler und Naturliebhaber. 

Fürstenhagen. Am 1. Juni 1965, vor 50 Jahren, verstarb 77-jährig der akademische Maler und Grafiker Richard Assmann. In Fürstenhagen ist der aus Troppau im Sudetenland stammende Künstler bis heute bestens bekannt, Bilder von ihm hängen in vielen Stuben.

Weit verstreut findet man heute seine Werke und es war daher sehr schwierig, anlässlich seines 30. Todesjahres ein umfangreiches Werkverzeichnis zu erstellen. In der Schrift aus dem Jahr 1995 mit der Würdigung des Malers konnte eine Aufzählung der ersten 121 Werke erstmals veröffentlicht werden. Zwischenzeitlich ist das einzig geführte Werkverzeichnis auf über 450 Werke angewachsen. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland nach dem Zweiten Weltkrieg fand Assmann mit seiner zweiten Ehefrau Margit - die erste Frau war früh verstorben - eine neue Heimat in Fürstenhagen.

Schnell fasste er in dem bäuerlich geprägten Ort Fuß. Gute Kontakte zur Bevölkerung entstanden und Assmann schuf in dieser Zeit viele Gemälde, die den täglich dörflichen Alltag zeigen, beispielsweise die Szene vor dem Backhaus in Fürstenhagen, das Schlachtefest in der Schulstraße, der Blick zur Dorfkirche und Einzug des Landgrafen.

Eines von Richard Assmanns großen Werken in der Fürstenhagener Zeit: Der Einzug des Landgrafen in Fürstenhagen (heutige Schulstraße) mit Widmung „Landgraf Philipp der Großmütige“ (rechts unten).

In der Fürstenhagener Zeit, bis 1965, schuf Assmann weiterhin Gemälde mit Szenen aus der alten und neuen Heimat, erstellte Zeichnungen für Fachverlage, Grafiken und Plakate für die unterschiedlichsten Bereiche. Auch das Fürstenhagener Gemeindewappen stammt aus seiner Feder. Die Bevölkerung verdankt dem Maler und Grafiker viel. Als Dank und Anerkennung wurde eine Straße oberhalb der Siedlung nach ihm benannt.

Am 1. Juni 1965 verstarb Assmann - geboren am 27. November 1887 in Troppau (heute: Opava) - in Fürstenhagen. Beigesetzt wurde er auf Wunsch seiner Familie auf dem Westfriedhof in München.

Anlässlich des 30. Todesjahres 1995 fand in der Mehrzweckhalle eine große Gemäldeausstellung in der Reihe „Kunst und Kultur im Dorf“ statt.

Aus Anlass des 50. Todesjahres werden dem Stadtarchiv Hessisch Lichtenau zwei CDs mit einer Auswahl von Assmann-Bildern übergeben.

Von Hans Gold

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