Unterstützung von Bedürftigen

Land lässt OP-Masken an einkommensschwache Haushalte verteilen

Pro Kopf fünf Stück: Das Land Hessen lässt über die Landkreise, Kommunen sowie Hilfsorganisationen und soziale Vereine und Institutionen OP-Masken an einkommensschwache Menschen verteilen.
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Pro Kopf fünf Stück: Das Land Hessen lässt über die Landkreise, Kommunen sowie Hilfsorganisationen und soziale Vereine und Institutionen OP-Masken an einkommensschwache Menschen verteilen.

Für besonders bedürftige Menschen aus einkommensschwachen Haushalten hat das Land Hessen jetzt OP-Masken zur Verfügung gestellt. Mit der Verteilung der Masken wurde der Landkreis beauftragt, der sich neben den Kommunen dazu auch verschiedener Sozial- und Hilfsorganisationen als Partner bedienen will.

Werra-Meißner – Dazu gehören neben der Familienbildungsstätte, die Eschweger und Witzenhäuser Tafeln, die Bürgerhilfe Sontra, der Stadtteilladen Heuberg aus Eschwege, das Krisenmanagement aus Bad Sooden-Allendorf sowie die Initiative „Eschwege hilft“ und weitere Organisationen.

Wie allerdings der Nachweis der Bedürftigkeit geführt werden soll, ist nicht geregelt. Denn während beispielsweise die Bürgerhilfe Waldkappel die Masken gegen Vorlage des letzten Leistungsbescheides über Grundsicherung, Rente etc. sehen will, lehnt das beispielsweise die Familienbildungsstätte Werra-Meißner (FBS) ab. „Wir haben vom Kreis keine Vorgaben bekommen, dass solche Formalien von uns abgearbeitet werden müssen und wir würden das auch auf gar keinen Fall tun“, so die Leiterin der FBS, Gudrun Lang.

Die FBS will die Masken über ihre vielfältigen Kontakte verteilen. Über eine ganze Reihe von Angeboten der FBS gebe es Menschen, „die wir gern unterstützen möchten“, sagte Lang. Ein Beispiel dafür sei die Arbeitsintegration für Frauen. Aber auch über weitere kreisweite Kontakte und Netzwerke werde man das Angebot bekannt machen und dann die Masken verteilen.

Für die Eschweger Tafel ist der Fall ganz klar: Bei uns sind die Menschen, die zu uns kommen eh erfasst und können sich dementsprechend ausweisen, wenn sie herkommen“, sagte der Vorsitzende der Tafel in Eschwege, Hans Liese. „Wer bei uns zu den üblichen Zeiten seine Waren abholt, bekommt pro Person fünf Masken“, so Liese. Die Zeiten sind montags, mittwochs und freitags zwischen 14 und 15.30 Uhr.

Für alle anderen Bedürftigen, die nicht über die Tafeln oder andere Organisationen versorgt werden, heißt es in der Mitteilung des Landkreises, dass diese sich mit den Gemeinde- und Stadtverwaltungen telefonisch oder per E-Mail in Verbindung setzen sollen und dort ihre letzten Leistungsbescheide vorlegen sollen, um die Masken zu erhalten. Die Masken wurden am Mittwoch an die Gemeinde- und Stadtverwaltungen und Organisationen ausgeliefert.

Der Verteilschlüssel, wie viele Masken jede Kommune erhält, richte sich nach deren jeweiligen Anteil an Leistungsempfängern SGB II und einkommenschwachen Haushalten, heißt es in einer Mitteilung des Sozialamtes an die Kommunen. So erhalten beispielsweise Großalmerode mit 6400 Einwohnern und Wanfried mit 4200 Einwohnern je 2000 Masken, Herleshausen mit 2800 Einwohnern erhält 600 Masken, Meinhard mit 4700 Einwohnern 750 Stück und Wehretal mit knapp 5000 Einwohnern 900 OP-Masken. Pro Person sind fünf Stück vorgesehen.

Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill kritisierte, dass möglicherweise Organisationen und Vereine Leistungsnachweise kontrollieren sollen. „Das verstößt gegen jede Form von Datenschutz und geht gar nicht“, sagte er.

Der Sprecher der Kreisverwaltung, Jörg Klinge, konnte am Mittwoch zu den Regelungen für die Ausgabe der Masken nichts sagen und verwies auf das zuständige Sozialamt des Landkreises, dass aber bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme abgeben konnte.

Von Stefanie Salzmann

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