Im Notfall Hilfe von oben

Landeplätze für Rettungshubschrauber etablieren

Sollen möglichst schnell Schwerverletzte von einem Unfallort ins Krankenhaus bringen: Rettungshubschrauber; hier der Christoph 44 der DRF Luftrettung Göttingen.
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Sollen möglichst schnell Schwerverletzte von einem Unfallort ins Krankenhaus bringen: Rettungshubschrauber; hier der Christoph 44 der DRF Luftrettung Göttingen.

Wenn sie im Einsatz sind, dann ist die Lage ernst. Rettungshubschrauber landen auf der gesperrten Autobahn oder auf dem Acker neben einer Landstraße.

Herleshausen – Sie sollen möglichst schnell Schwerverletzte von einem Unfallort ins Krankenhaus bringen und Leben retten, wenn der Rettungswagen zu lange brauchen würde.

„Für ein Kind, das sich etwa den Körper mit heißem Wasser verbrüht hat, entscheidet die Dauer des Transportwegs bis ins Krankenhaus über Leben und Tod“, nennt Peter Niemann, Hoteldirektor auf Hohenhaus, ein drastisches Beispiel.

„Bei medizinischen Notfällen – Genickbrüchen, Herzinfarkten, Gliedmaßenverlusten – macht es einen gewaltigen Unterschied, ob 30 Minuten Fahrzeit ins Klinikum benötigt werden oder lediglich drei Minuten mit dem Rettungshubschrauber.“

In seiner beruflichen Laufbahn mit Stationen in ganz Europa hat Peter Niemann reichlich Erfahrung in der Personenrettung gesammelt. Deshalb fiel ihm auf, was in der Fläche des Werra-Meißer-Kreises bislang fehlt: ausgewiesene Landeplätze für Rettungshubschrauber. Genauer: sogenannte „Landestellen öffentlichen Interesses“ (PIS, Personal Interest Site).

Diese Plätze haben genauestens festgelegte Vorgaben für Größe und Ausgestaltung der Start-, Lande- und Sicherheitsflächen. Weiterhin müssen sie direkt an einen Transportweg angebunden sein und verfügen über auffällige, standardisierte Markierungen der Start- und Landeflächen: Ein weißes „H“ auf einem roten Kreuz, das sich aus Quadraten zusammensetzt. Die Zuständigkeit für die Erteilung einer Genehmigung zur Nutzung von PIS-Landeplätzen liegt beim Luftfahrt-Bundesamt.

Mit einer ersten, gemeinsam mit der Gemeinde Herleshausen gestellten Anfrage, eine PIS-Landestelle für Rettungshubschrauber auf einer Wiesenfläche am Dorfgemeinschaftshaus Altefeld auszuweisen, ist Peter Niemann noch gescheitert.

Und dass, obwohl genau dort eine Arztpraxis entsteht (wir berichteten) und sich in direkter Nachbarschaft ein Seniorenheim befindet. Wohl zu aufwendig ist das Verfahren für nur einen einzelnen Platz.

„Deshalb streben wir nun ein konsolidiertes Auftreten an“, erklärt Peter Niemann: In einem ersten Schritt sollen Bürgermeister und auch Landrätin für die Idee gewonnen werden – erste Gespräche seien positiv und voller Zustimmung verlaufen.

In den jeweiligen Städten und Gemeinden müssten weiterhin geeignete Flächen gefunden werden, welche die strengen Vorgaben erfüllen. „Gemeinsam soll dann eine erneute Anfrage an das Luftfahrt-Bundesamt gestellt werden“, sagt Peter Niemann.

Fest stehe – kommen die PIS-Landestellen, könnten die Rettungszeiten für Kranke und Verletzte massiv verringert werden. „Und dafür lohnt sich eine gemeinsame Kraftanstrengung.“ (Von Emily Hartmann)

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