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Landfrauen im Werra-Meißner-Kreis finden nur wenig junge Mitglieder

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Landfrauen aus dem Bezirk Eschwege waren zum Beispiel auch beim Equal Pay Day aktiv.
Landfrauen aus dem Bezirk Eschwege waren zum Beispiel auch beim Equal Pay Day aktiv. © Eden Sophie Rimbach

Das Image der Landfrauen, berufliche Eingebundenheit bei jüngeren Frauen und volle Nachmittage bei Kindern sowie unterschiedliche Interessen in den Altersklassen: Das sind Gründe, wegen denen die Landfrauen im Kreis wenig junge Mitglieder finden.

Werra-Meißner – Mitglieder mit einem Alter von unter 30 Jahren sind Helga Kawe, Bezirksvorsitzende für Witzenhausen, nicht bekannt. Gruppen jüngerer Frauen innerhalb der Ortsvereine gibt es laut ihr im Bezirk Witzenhausen auch nicht mehr. Der Arbeitsalltag und auch die Freizeitplanung von Kindern habe sich gewandelt, was das Planen gemeinsamer Aktivitäten erschwere. Sie habe es eher erlebt, dass sich jüngere Mitglieder bei einem zeitlich begrenzten Projekt wie dem Anlegen eines Gartens gemeinsam mit Kindern engagieren, ihnen aber für den durchgängigen Einsatz im Verein die Zeit fehle.

Hinzu komme, dass Mitglieder verschiedener Altersklassen für gemeinsame Treffen oft unterschiedliche Zeiten bevorzugen würden. Das sei vollkommen verständlich, erschwere aber die Planung. Auch die Interessen seien je nach Altersklasse verschieden. Laut Martina Thiele-Sommerlade, 1. Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Eschwege, sei es ein Spagat, etwas zu finden, das für alle Mitglieder interessant ist.

„Man kann ja voneinander lernen“, sagt sie auch mit Blick auf den Ortsverein Grandenborn, in dem junge Landfrauen stark aktiv seien. Dass die Themen, für die sich Landfrauen deutschlandweit einsetzen, eigentlich modern und aktuell seien, erklärt Kawe. Die Bezirksvorsitzende ist auch Mitglied im Landesvorstand und betont, dass man eine gemeinsame Stimme brauche, um Gehör in der Politik zu finden. „Allein dafür lohnt es sich, Mitglied zu werden“, sagt sie mit Blick auf den politischen Einfluss des Deutschen Landfrauenverbands. Der Verband setzte sich unter anderem für zusätzliche Rentenpunkte für Mütter ein.

„Landfrauen stehen ganz klar für die Erwachsenenbildung für Frauen auf dem Land“, betont Susanne Schäfer, Vorsitzende der Landfrauen Frankenhain. Das ergebe sich schon aus der Geschichte der Landfrauen mit dem einstigen Ziel, Frauen im ländlichen Raum zu informieren. Während viele Menschen bei den Landfrauen lediglich das Kuchenbacken zu Veranstaltungen im Kopf hätten, seien sie vielfältig aufgestellt, stellten vieles auf die Beine, das Außenstehenden nicht bewusst sei.

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