Kreis startet Projekt am Oberhoner Weinberg

Landschaft wird mithilfe von Ziegen gepflegt

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In tierischer Gesellschaft: (von links) Vizelandrat Dr. Rainer Wallmann schaut sich an, was die Ziegen von Anita Bindbeutel aus Orferode mit Hund Bounty für den Oberhoner Weinberg leisten. Neben Bindbeutel sorgen auch Ekkehard Rogées Ziegen aus Netra dafür, dass die Verbuschung der Grünflächen im Kreis nicht zunimmt. 

Reichensachsen. Damit seltene Pflanzen wie Silberdistel Platz zum Wachsen haben, dürfen Grünflächen nicht zu viele Büsche haben. Für die Landschaftspflege geeignet sind Ziegen. 

Nur 17 Biodiversitäts-Hotspots gibt es in Deutschland – und einer davon liegt im Werra-Meißner-Kreis. Denn hier gibt es ein solch engmaschiges Mosaik von Lebensräumen mit einer außergewöhnlich hohen Artenvielfalt, dass das Bundesamt für Naturschutz nicht umhinkam, diesen Titel zu vergeben.

Einfach so aber wird man natürlich kein Hotspot: „Damit der Kreis einer bleibt und wir diese Naturschätze behalten, brauchen wir auch Tiere“, sagt Vizelandrat und zuständiger Dezernent Dr. Rainer Wallmann. Die nämlich würden die Landschaft vor eine Verbuschung schützen, wodurch teils seltene Pflanzen und Orchideen Platz haben, zu wachsen und sich zu entfalten.

Einer der Plätze, wo es Silberdistel, dreizähniges Knabenkraut oder Mücken-Händelwurz noch gibt, ist der Oberhoner Weinberg an der Landstraße zwischen Reichensachsen und Oberhone. Weil aber auch dort immer mehr Büsche wachsen, das Gras zu Filz verkommt und somit dem Boden das Licht nimmt, verschwinden diese Pflanzen auch dort immer weiter – weshalb dem jetzt entgegengewirkt wird: mit Ziegen.

„Diese Tiere sind ebenso wie Schafe, Pferde und Rinder gut dazu geeignet, Grünflächen von Büschen freizuhalten, da sie alles abfressen“, erklärt Wallmann. Weil zum Beispiel Rinder auf dem Oberhoner Weinberg nicht genug zu fressen finden, habe man sich auf Ziegen geeinigt – und welche bei Anita Bindbeutel gefunden. „40 Tiere stehen jetzt hier, darunter 22 Lämmer“, erzählt die Frau aus Orferode. „In zwei Wochen ist hier alles abgefressen.“

Täglich kommt sie in dieser Zeit vorbei und schaut nach ihren Tieren, gibt ihnen frisches Wasser und kontrolliert den Zaun um das knapp einen Hektar große Areal, der während der Weidezeit auf dem Oberhoner Weinberg aufgestellt wurde.

Damit ist es aber nicht getan: Neben dem Frühjahr wird sie auch im Herbst wiederkommen, das ab jetzt Jahr für Jahr. „Die regelmäßige Pflege ist wichtig“, erklärt Jörg Böttner vom Landschaftsamt. Das sei in den vergangenen Jahren nur sporadisch gemacht worden, „was aber eben nicht reicht, um die Orchideen zu erhalten“.

Zusätzlich zur Beweidung werden ab Oktober in Zusammenarbeit mit der Werkstatt für junge Menschen einige der Büsche und Sträucher entfernt. „Einige wie Weiß- und Kreuzdorn bleiben aber stehen, damit sie den Tieren Schatten spenden und als Brutplätze für Vögel dienen.“

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