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Landsenioren: Einander Lebensfreude schenken

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Von: Emily Spanel

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Unvergesslich: die Reise ins Elbsandsteingebirge. Dorothea Henkelmann hält besondere Momente der Fahrten mit der Kamera fest.
Unvergesslich: die Reise ins Elbsandsteingebirge. Dorothea Henkelmann hält besondere Momente der Fahrten mit der Kamera fest. © Privat

Im Alter mitten im Leben: Das ist die Landseniorenvereinigung Eschwege.

Werra-Meißner – Zurückgelassen wird hier niemand. Ganz im Gegenteil: Die Landsenioren zeigen, wie viel Abenteuer eigentlich im Leben steckt. Gerade und insbesondere im Alter, im sogenannten dritten Lebensabschnitt. Neugierig zu bleiben, Dinge auszuprobieren, für die vorher in all den Jahren der Hektik und des Trubels keine Zeit blieb, den Wissensdurst zu stillen – schlicht: Lebensfreude zu erfahren, und das in familiärer Gemeinschaft.

Einander helfen, Freude erleben: Unter diesem Motto arbeitet die Landseniorenvereinigung Eschwege höchst erfolgreich seit über 30 Jahren. „Wir bemühen uns, eine Stätte der Begegnung zu sein – gegen die Vereinsamung der Senioren in unseren kleinen Dörfern“, sagt Hartmut Henkelmann aus Reichensachsen, der seit 18 Jahren den Vorsitz der Landseniorenvereinigung Eschwege innehat.

 „Wir bemühen uns, eine Stätte der Begegnung zu sein – gegen die Vereinsamung der Senioren in unseren kleinen Dörfern.“

Hartmut Henkelmann

Hartmut Henkelmann selbst ist ein Glücksfall für die Landsenioren: Mit seinem feinen Gespür für Humor, noch mehr Einfühlungsvermögen und einem ungebrochenen Tatendrang organisiert er mit Unterstützung seiner Ehefrau Dorothea Jahr für Jahr ein Programm, das abwechslungsreicher und zugleich altersangepasster nicht sein könnte. „Wir sind für jeden da – egal, ob nicht mehr so gut zu Fuß oder mit dem ein oder anderen Gebrechen des Alters. Jeder ist willkommen“, sagt der Vorsitzende – und bei ihm ist es alles andere als eine hohle Phrase. „Wer den Ruhestand erreicht hat oder das 60. Lebensjahr, passt in unseren Verein.“

Mehrere Fahrtangebote

Gleich mehrere Fahrtangebote werden den Mitgliedern der Landsenioren im Jahr unterbreitet: ein Wochenende, eine Tagesfahrt sowie eine Sechstagefahrt. Dazu finden zwei Mal im Jahr gemütliche Nachmittage mit Programm, Musik und Lesungen statt – ein Büfett mit Kaffee und Kuchen fehlt dabei nie. Nicht wenige Mitglieder bezeichnen die Landseniorenvereinigung als „ihre kleine Familie“ – schließlich gehören auch Telefonkontakte, gegenseitige Besuche oder auch kleine Hilfeleistungen zur Philosophie.

Vereinigung besteht seit mehr als 30 Jahren

Landsenioren gehören auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung durch Dr. Kurt Nöll Ende der 1980er-Jahre nicht zum alten Eisen. Sie werden dringend benötigt, erfüllen eine gesellschaftlich relevante Aufgabe, denn es gibt da diese Diskrepanz, und die ist alles andere als banal: Die Rente oder die Pension ist erreicht, endlich wäre Zeit, das Leben zu genießen. Doch die Kinder sind außer Haus, der Ehepartner ist vielleicht nicht mehr fit, der Freundeskreis nicht mehr so groß und aktiv wie früher. Die soziale Teilhabe wird plötzlich weniger, und mit der fehlenden Ansprache sinkt auch der Lebensmut. Ein Pflegedienst aber ist in solchen Fällen fehl am Platze, und nicht überall können Familienmitglieder oder Nachbarn einspringen. An den Umzug in ein Altenheim wollen die meisten aber dann noch gar nicht denken.

Diese Lücke füllen die Landsenioren; ersetzen die drohende Vereinsamung mit gemeinsamen Aktivitäten und ansteckender Fröhlichkeit. Das gemeinsame Beieinandersitzen fehlt bei ihren Unternehmungen nie; die guten Gespräche, Musik und das ein oder andere zusammen genossene Getränk ebenso wenig.

Bis nach Kärnten (Österreich) ist die eingeschworene Gemeinschaft schon gemeinsam gereist; auch Polen, Straßburg und zuletzt der Schwarzwald standen schon auf dem Programm. Die schönsten und interessantesten Plätze Deutschlands werden gemeinsam erkundet, es wird gelacht und in Anekdoten geschwelgt. Um die Fahrten so komfortabel wie möglich zu gestalten, nehmen Dorothea und Hartmut Henkelmann im Vorfeld die Unterkünfte – zumeist Bildungseinrichtungen – in Augenschein und organisieren direkt vor Ort geführte Ausflüge.

Aktivitäten für 2023 stehen schon fest

Die Aktivitäten für dieses Jahr stehen bereits: Vom 5. bis 7. Mai geht es für die Senioren nach Friedrichsdorf im Taunus. Nach dem Check-in im Taunus-Tagungshotel geht es in die „neue Altstadt“ von Frankfurt. Eine Weinprobe, zwei Vorträge und das gesellige Beieinandersein gehören dazu.

Am 1. Juli geht es in den Harz, bei gutem Wetter auf den Brocken, bei schlechter Sicht nach Quedlinburg und an die Bodetalsperre. Die Sechstagefahrt schließlich führt vom 20. August bis 25. August nach Bad Alexandersbad im Fichtelgebirge mit Ausflügen in die Umgebung und nach Marienbad (Tschechien).

Wer Teil der Landseniorenvereinigung werden möchte, muss nichts weiter tun, als sich bei Hartmut Henkelmann zu melden. „Wer gelistet ist, ist dabei. Auf Mitgliedsbeiträge verzichten wir“, sagt der Reichensächser.

Kontakt: Landseniorenvereinigung Eschwege, Vorsitzender Hartmut Henkelmann, Telefon 0 56 51/4551, E-Mail h.d.henkelmann@t-online.de

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