Landwirte suchen Nischen

Sonderkulturen im Werra-Meißner-Kreis sollen Einkünfte verbessern

Die Knoblauch-Ernte in Witzenhausen läuft: Wina Diekhof mit einer Kiste des frischen Lauchgewächses. FOTOS: MICHAEL CASPAR
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Sie baut Sonderkulturen an und die Knoblauch-Ernte in Witzenhausen läuft: Wina Diekhof mit einer Kiste des frischen Lauchgewächses.

Immer mehr Landwirte setzen im Werra-Meißner-Kreis auf Sonderkulturen.

Werra-Meißner – In der Region wächst zunehmend mehr als Weizen, Gerste und Mais: Da es für Landwirte schwieriger wird, ihre Familien zu ernähren, testen viele den Anbau ungewöhnlicher Kulturen, die einen höheren Ertrag versprechen. Das zeigt der Bericht zur Lage der Landwirtschaft der Kreisverwaltung.

Bei einer Gesamt-Ackerfläche von 24 000 Hektar seien Sonderkulturen zwar eine Nische, sagt Stefanie Wittich-Vogel vom Kreisbauernverband.

Aber: „Im Werra-Meißner-Kreis wird viel ausprobiert: Nicht nur im Anbau, auch in der Vermarktung.“ Das liege auch an den vielen Betriebsgründungen im Umfeld des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen. Rund 60 Betriebe beteiligen sich an einem Förderprogramm, das den Anbau von 5 verschiedenen Pflanzen in 5 Jahren fördert – statt einer Rotation im 3-Jahres-Rhythmus.

Drei Pflanzen stechen im Landwirtschaftsbericht heraus: Beim Hanf ist der Kreis in Sachen Anbaufläche in Hessen Spitzenreiter. Waren es zum Auftakt 2017 noch 43 Hektar, hatte sich die Fläche bis 2020 auf 85 Hektar verdoppelt. Hilfreich dafür sei, dass es vor Ort Betriebe und Initiativen gibt, die den Hanf weiterverarbeiten, heißt es vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH). Er informiert seit Jahren Hanfanbauer, -spezialisten, Wissenschaftler und Interessierte bei den Witzenhäuser Hanftagungen über Anbau und Nutzmöglichkeiten der Pflanze für Lebensmittel und Textilien, als Baumaterial und zur Gewinnung von Öl.

Auch die Anbaufläche für Mohn stieg von 1,33 Hektar (2009) auf 37 Hektar (2019) – das entspricht 69 Prozent des gesamten Mohnanbaus in Hessen. Auch im Kommen: Soja. Dank neuer Sorten und dem Klimawandel ist der Anbau der trockenheits-resitenten Pflanze aus Südamerika nun auch hier möglich. 2015 wurden 9 Hektar angebaut, 2019 waren es 30. Wittich erwartet eine weitere Zunahme, da das Land den Anbau eiweißreicher Pflanzen als Tierfutter fördert. Einige Bauern setzen zudem je nach Standort auf Erdbeeren, Spargel, Lupinen, Sonnenblumen, Küchenkräuter und Gewürzpflanzen oder die Produktion von Grassamen. (fst)

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