Witzenhäuser Konferenz zur Agrarpolitik

Landwirtschaft soll bäuerlich sein

Setzen sich für die bäuerliche Landwirtschaft ein: Maren Elsner (links) und Pia Parvati Prange vom Organisationskomitee der Witzenhäuser Konferenz mit den Referenten Thomas Zebunke (Zweiter von links) und Ullrich Jasper. Foto: Volland

Witzenhausen. Das Bild der Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. So gibt es auf der einen Seite vermehrt Megaställe mit hunderten von Kühen die kein Tageslicht mehr sehen und auf der anderen Seite mehr und mehr Biobetriebe die auf Tierschutz und Regionalität Wert legen.

Wie in vielen Bereichen spielt auch hier die Politik eine große Rolle. Und um diese ging es in dieser Woche bei der 20. Witzenhäuser Konferenz - um die Agrarpolitik.

Hierzu haben die Studenten Referenten aus Politik, Verbänden und der Landwirtschaft eingeladen, die den Besuchern einen Einblick in die Agrarpolitik verschafften. „Wir wollen die Öffentlichkeit auf die Landwirtschaft und insbesondere auf die ökologische Landwirtschaft aufmerksam machen“, betont Studentin Pia Parvati Prange.

„Eine Kuh gehört auf die Weide, sonst ist die Landwirtschaft nicht mehr mit dem Tierschutz vereinbar.“

Ullrich Jasper

Neben vielen anderen Interessierten füllten auch Witzenhäuser Studenten den Hörsaal der Universität. „Bei der Konferenz wird auf Themen eingegangen, welche in der Tiefe nicht auf dem Lehrplan stehen“, erklärt Mitorganisatorin Maren Elsner.

Einen Einblick in die europäische Politik gab am Donnerstag der stellvertretende Geschäftsführer der Gemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (Abl), Ullrich Jasper. „Eine Kuh gehört auf die Weide, sonst ist die Landwirtschaft nicht mehr mit dem Tierschutz vereinbar“, betont er. Die EU-Agrarpolitik befindet sich derzeit im Wandel und soll durch den EU-Agrarminister Dacian Ciolos grüner und gerechter werden. Hierzu sollen die Direktzahlungen an Umweltmaßnahmen gekoppelt werden. „Derzeit erhalten 50 Prozent der Betriebe nur fünf Prozent der Direktzahlungen“, betont Jasper. Viele Organisationen aus Umwelt- und Naturschutz aber auch der Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) befürworten mehr Umweltmaßnahmen, wie eine Fruchtfolge oder das Verbot von Grünlandumbruch. Dies werde aber in Deutschland von dem industrienahen Bauernverband abgelehnt. Im Januar 2013 soll in Brüssel beschlossen werden, wie die zukünftige Agrarpolitik in Sachen Direktzahlungen aussehen wird.

Durch die EU haben die Länder in Sachen Agrarpolitik nicht mehr viel mitzureden. Dies erklärte Thomas Zebunke als Referent für Ökologischen Landbau vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. „Wir haben sehr wenig Gesetzgebungskompetenz im Land“, betont er. Doch weist er auch darauf hin, dass sich in Hessen in den letzten Jahren vieles zum Positiven verändert habe. So gab es in den letzten Jahren einen großen Zuwachs von ökologischen Betrieben in Hessen und der Flächenverlust hat sich auf vier Hektar pro Tag verringert. „Der Flächenverlust ist trotzdem noch ein sehr großes Problem“, erklärt Zebunke und verweist zudem auf die großen Importe von ökologischen Lebensmitteln.

Von Dorothea Volland

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