Fahrradhändler empfehlen frühe Reservierung für Wunschrad

Lange Wartezeiten für E-Bikes wegen riesiger Nachfrage


E-Bikes sind so gefragt, dass Kunden sich auf lange Wartezeiten einstellen müssen.
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E-Bikes sind so gefragt, dass Kunden sich auf lange Wartezeiten einstellen müssen.

Rohstoffmangel, Lieferengpässe und eine riesige Nachfrage: Wer sich derzeit für ein Fahrrad interessiert, muss mitunter mit langen Wartezeiten rechnen.

Werra-Meißner - Das betreffe markenübergreifend alle Fahrräder – egal ob E-Bike oder konventionelles Rad. „Das hatten wir noch nie“, sagt der Eschweger Fahrradhändler Adam Biewald.

Rohstoffmangel und logistische Probleme führen zu einer massiven Knappheit. Die Fahrradhändler sind von allen diesen Faktoren besonders stark betroffen. „Beispielsweise fehlen einfach Container, um das Material zu verschiffen“, sagt Andreas Nützler von Velo Mangold. Shimano, einer der wichtigsten Hersteller von Fahrradkomponenten, musste seine Produktion aufgrund von hohen Coronazahlen beispielsweise zwischenzeitlich einstellen. „Es genügt, dass ein kleines Teil nicht verfügbar ist, und eine ganze Modellreihe muss warten“, sagt Adam Biewald. Die Rückstände wurden bis heute nicht aufgeholt.

Hinzu kommt eine in der Coronapandemie enorm gestiegene Nachfrage nach Fahrrädern, wie Hans-Peter Obermark, Sprecher beim Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ), berichtet. „Die Fahrradbranche befand sich schon vor der Krise auf der Sonnenseite des Handels. In der Pandemie ist die Nachfrage durch die Decke gegangen.“ Eine Normalisierung der Situation auf den Weltmärkten sei so schnell nicht zu erwarten.

Lieferzeiten bis zu einem Jahr

Auf bestimmte Räder gibt es Lieferzeiten von bis zu einem Jahr. „Wer von einem Fahrrad unter dem Christbaum träumt, sollte auf jeden Fall spätestens jetzt aktiv werden“, sagt Biewald, Geschäftsführer der Bike-Station. Die Händler müssen weitsichtig denken. Velo Mangold hat beispielsweise bereits vor drei Monaten seine Bestellung für die Modelle 2023 aufgegeben. Im Laden stehen jetzt zwar 2022er-Modelle, wer sein Wunschrad im Frühjahr/Sommer nutzen wolle, müsse aber jetzt reservieren – oder später nach Alternativen schauen, empfiehlt Nützler.

Auch bei Bernd Kummer von Radgeber in Witzenhausen sind die Modelle vom nächsten Jahr weitestgehend ausverkauft. Er sieht dazu noch ein anderes Problem: Auch Ersatzteile sind schwer zu beschaffen. Für Reifen und Schläuche gäbe es derzeit Wartezeiten von einem halben Jahr. „Die Kunden sind mittlerweile verständnisvoll, weil es ja die gesamte Branche betrifft“, sagt Kummer.

Mehr E-Bikes - weniger herkömmliche Fahrräder

E-Bikes sind nach wie vor die beliebtesten Fahrräder. Sie werden in allen Variationen verkauft, bestätigen Fahrradhändler aus Eschwege und Witzenhausen. Der Verkauf von E-Bikes ist in Deutschland laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) im ersten Halbjahr 2021 erneut gestiegen. 1,2 Millionen Pedelecs (+9,1%) wurden verkauft. Mit 1,55 Millionen Fahrrädern ohne Tretunterstützung wurden deutlich weniger Fahrzeuge dieser Kategorie verkauft als im Vorjahreszeitraum (-26%). (Tobias Stück)

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