Soziales Ungleichgewicht ausgleichen

Homeschooling: Werra-Meißner-Kreis stellt Schülern 1200 Geräte – 551 bisher abgeholt

Ohne PC oder Tablet ist Distanzunterricht kaum möglich. Beim Kreis können Schüler, die sich Geräte finanziell nicht leisten können, diese ausleihen.
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Ohne PC oder Tablet ist Distanzunterricht kaum möglich. Beim Kreis können Schüler, die sich Geräte finanziell nicht leisten können, diese ausleihen.

Der Werra-Meißner-Kreis stellt seit Dezember finanziell schwachen Schülern Leihgeräte für den Distanzunterricht. Nicht einmal die Hälfte wurde bislang abgeholt.

Werra-Meißner – Im Dezember hat der Werra-Meißner-Kreis 1260 Notebooks und Tablets besorgt, die sich Schüler für den Distanzunterricht ausleihen können (wir berichteten). Bislang wurden Stand 31. März allerdings erst 551 Geräte abgeholt, wie Kreissprecher Jörg Klinge auf Nachfrage mitteilt.

Was genau passiert mit den übrigen Geräten? „Ein Teil der Geräte wird für Ausleihungen zum Schuljahresbeginn 2021/22 benötigt“, sagt der Pressesprecher. Die restlichen Geräte sollen dann – vorbehaltlich einer kurzfristigen Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt – den Schulen für den Unterricht zur Verfügung gestellt werden.

675 000 Euro haben die Geräte gekostet, die mit Hilfe des „Digitalpaktes Schule“, eine Förderung des Bundes, angeschafft werden konnten. 200 Geräte hat der Kreis aus Eigenmitteln zusätzlich besorgt. Damit soll der Distanzunterricht während der coronabedingten Schulschließungen ermöglicht werden.

Angebot richtet sich besonders an finanziell schwache Schüler

Das Angebot richtet sich insbesondere an jene Schüler, die fernab des Smartphones keinen eigenen Laptop oder Tablet besitzen. Auch ist es nicht selbstverständlich, dass jede Familie ohne Weiteres die Kosten der Anschaffung der Laptops und Tablets stemmen können. Daher sollen die Schüler die Möglichkeit haben, sich entsprechende Geräte auszuleihen. Damit sollen laut dem Förderprogramm „soziale Ungleichgewichte ausgeglichen werden, die das Erreichen der Unterrichtsziele gefährden könnten“. Das Förderprogramm soll außerdem die Ausstattung der Schulen fördern.

Inwiefern ein Bedarf für die Schüler besteht, entscheidet die jeweilige Schule, erklärt Kreissprecher Jörg Klinge. Bundes-, landes- und kreisseitig seien keine einheitlichen Kriterien festgelegt worden.

Bei Bedarf nach einem Gerät wurden die Schüler von den jeweiligen Schulen benannt. Die Schüler selbst oder auch ihre Eltern konnten die Geräte dann beim Medienzentrum des Kreises und teilweise auch in den Schulen direkt ausleihen, erklärt der Kreissprecher.

Förderpaket: Das ist der Digitalpakt Schule

Der „Digitalpakt Schule“ ist ein Förderprogramm des Bundes, der Länder und Gemeinden bei Investitionen in ihrer digitalen Bildungsinfrastruktur unterstützen soll. Schulen sollen in dieser Hinsicht besser ausgestattet werden, damit Schülern digitale Kompetenzen vermittelt werden können. Beschlossen wurde dies im Jahr 2019. Fünf Milliarden Euro stellt der Bund für diese Zwecke zur Verfügung.

Mit der Coronapandemie stehen die Schulen vor zusätzlichen Herausforderungen, daher wurde das Förderprogramm noch einmal um Zusatzvereinbarungen und 1,5 Milliarden Euro erweitert. Damit soll den Schülern unter anderem der Distanzunterricht durch die Anschaffung von Geräten ermöglicht werden. Dem Land Hessen kommen insgesamt 483 823 600 Euro zu, wie aus Zahlen des Bundes hervorgeht.

Infos: digitalpaktschule.de (Von Jessica Sippel)

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