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Das Niederhoner Feld soll als Naturschongebiet ausgewiesen werden

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Von: Stefanie Salzmann

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Schutzraum für Tiere: das ruhende Kiesabbaugelände zwischen Niederhone und Jestädt. Jetzt werden Teile zum Schongebiet.
Schutzraum für Tiere: das ruhende Kiesabbaugelände zwischen Niederhone und Jestädt. Jetzt werden Teile zum Schongebiet. © Stefanie Salzmann

Niederhone – Ein Teil des zurzeit ruhenden Kiesabbaugebietes der Firma August Oppermann auf dem Niederhoner Feld zwischen Jestädt und Niederhone soll als Naturschongebiet ausgewiesen werden.

Der Standort mit seinem elf Hektar großen Baggersee wird von Naturschützern als besonders wertvoll eingestuft – locken die großen Wasserflächen doch zahlreiche Tiere an, die hier rasten oder sich fortpflanzen. Neben einer Fülle teils seltener Vogelarten wie beispielsweise dem Flussregenpfeifer sind hier vor allem Amphibien, aber auch Reptilien und Insekten anzutreffen.

Deshalb soll der nördliche Teil des Niederhoner Felds zwischen Baggersee und Werraschleife nun dem Naturschutz zur Verfügung gestellt werden und bedrohten Arten einen sicheren Rückzugsraum bieten.

Eingerichtet wird das Schongebiet in einer Kooperation zwischen Geo-Naturpark Frau-Holle-Land und der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel. „Die Firma Oppermann ist dabei ein wichtiger Partner, denn sie muss dort als Ausgleich für den Kiesabbau auch Naturschutz betreiben“, so Marco Lenarduzzi, Leiter des Geo-Naturparkes.

Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

Gezielt auf die Bedürfnisse der dort lebenden Vögel und Amphibien ausgerichtete Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sollen die Lebensbedingungen von Arten wie zum Beispiel Flussregenpfeifer, Blaukehlchen, zahlreichen Amphibien und auch für den Biber verbessern.

Ab Mitte Mai ist darüber hinaus eine Beweidung mit Fjord-Pferden vorgesehen, die das Grünland offen halten und neue Lebensräume für viele Arten schaffen soll.

Das gesamte Betriebsgelände um den See steht unter Bergrecht und darf daher nicht betreten werden. Besonders der Bereich zwischen See und Werraschleife, in dem auch die Beweidung eingerichtet wird, soll sich nun weiterentwickeln. „Es wird eine Beschilderung eingerichtet, die auf das bestehende Betretungsverbot des Gebiets hinweist, die Besonderheiten dieser kleinen Schatzkiste der Natur erklärt und zum Beobachten aus sicherer Entfernung einlädt“, so Lenarduzzi. Die öffentlichen Wege um den südlichen Teil des Sees stehen Besuchern wie bisher zur Verfügung.

Generelles Betretungsverbot für das gesamte Firmengelände Oppermann

Für das gesamte Firmengelände der Firma Oppermann galt auch bisher ein generelles Betretungsverbot, unter anderem weil das Gebiet dem Bergrecht unterliegt. Dennoch finden sich in den Sommermonaten an den Gewässern viele Badende ein, ganzjährig ist das Gebiet bei Hundebesitzern beliebt.

Verknüpfung der Schongebiete Niederhone und Werratalsee 

Naturschongebiete unterliegen keiner Schutzkategorie nach dem Naturschutzgesetz, können aber durch den Flächeneigentümer ausgewiesen werden. Auch am Nordufer des Werratalsees existiert seit 2017 ein solches Schongebiet. Nach diesem Vorbild soll nun auch das Niederhoner Feld entwickelt werden und einen Verbund mit dem Naturschongebiet am Werratalsee bilden. naturparkfrauholle.land/naturschutz/projekte 

Von Stefanie Salzmann

Heimisch: die Flussregenpfeifer.
Heimisch: die Flussregenpfeifer. © Marco Lenarduzzi
Das Naturschongebiet Niederhoner Feld
Das Naturschongebiet Niederhoner Feld © Grafik: Alexandra Schuler

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