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DLRG Werra-Meißner warnt vor dem Betreten gefrorener Wasserflächen

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Von: Emily Spanel

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Wasserretter der DLRG üben das Retten von Personen, die ins Eis eingebrochen sind. Eine komplexe Angelegenheit, denn selbst nach erfolgreicher Rettung ist die Gefahr für den Verunfallten nicht vorbei. Durch die nasse Kleidung und die eisigen Temperaturen kann es schnell zu Unterkühlungen oder Erfrierungen kommen.
Wasserretter der DLRG üben das Retten von Personen, die ins Eis eingebrochen sind. Eine komplexe Angelegenheit, denn selbst nach erfolgreicher Rettung ist die Gefahr für den Verunfallten nicht vorbei. Durch die nasse Kleidung und die eisigen Temperaturen kann es schnell zu Unterkühlungen oder Erfrierungen kommen. © Foto: Steph Dittschar/DLRG

Werra-Meißner – Durch die eisigen Temperaturen der vergangenen Tage hat sich auf Seen, Flüssen und deren Überflutungsflächen eine dünne Eisschicht gebildet. Und darauf liegt Schnee. Eine trügerische Idylle, die Menschen möglicherweise dazu verleitet, die Eisflächen zu betreten. Aber genau hier lauert eine große Gefahr.

Die DLRG im Bezirk Werra-Meißner warnt nun eindringlich vor den Gefahren, die von den Eisflächen ausgehen. „Auch wenn aktuell die extreme Kälte die Gewässer gefrieren lässt, auf denen dann Schnee eine trügerische Sicherheit gibt, sollten die Eisflächen nicht betreten werden, wenn sie nicht von den Behörden ausdrücklich freigegeben wurden“, erklärt Jens Stöber, Technischer Leiter der DLRG Werra-Meißner. „Es ist nicht erkennbar, wie dick die Eisfläche durchgefroren ist. Während an einigen Stellen eine Eisstärke von zwei bis fünf Zentimetern vorherrscht, kann gleich daneben durch ungünstige oder warme Strömungen die Eisdicke nicht ausreichen, um eine oder mehrere Personen zu tragen“, mahnt Jens Stöber.

Und was dann geschieht, kann dramatisch enden: Eine Person bricht ins Eis ein und wird augenblicklich von eiskaltem Wasser umschlossen. Die Temperaturen des Wassers liegen knapp über dem Gefrierpunkt. Auf den Schock über den Einbruch folgen Schmerzen auf der Körperoberfläche wie tausend Nadelstiche. Gleichzeitig saugen sich die Kleider voll Wasser – und wegen der kalten Witterung werden besonders viele Kleidungsstücke getragen. Zusätzlich kann es zu einer vorübergehenden Lähmung der Atemmuskulatur kommen.

Eigensicherung der Helfer an erster Stelle

Wenn es zum Einbruch in das Eis gekommen ist, muss die Eigensicherung der Helfer an erster Stelle stehen: Ihr Gewicht muss dann auf eine größere Fläche, zum Beispiel mit Leitern oder Ähnlichem, verteilt werden. Die Helfer sollten sich zudem anseilen, um gegebenenfalls von den am Ufer stehenden Helfern zurückgezogen werden zu können. „Das müssen auch unsere erfahrenen Wasserretter immer wieder üben“, sagt Jens Stöber. Man könne dem Verunglückten auch schwimmfähige Gegenstände zuwerfen, nach Möglichkeit an einer Leine, mit deren Hilfe dann versucht werden kann, die Person aus dem Wasser zu ziehen.

Für denjenigen, der in das Eis eingebrochen ist, gilt es, nach Möglichkeit schnell und zügig, aber nicht panisch zu handeln: Über die Eiskante kann man versuchen, in möglichst flachem Winkel das Wasser zu verlassen. „Laut rufen ist auf jeden Fall wichtig, aber wildes Winken mit den Armen kann zum Untertauchen führen“, erklärt Jens Stöber.

Passanten sollten den Notruf über 112 absetzen

Eisrettung ist für Laien eine sehr schwierige und komplexe Sache, die zudem extrem gefährlich ist. Und selbst nach erfolgreicher Rettung ist die Gefahr für den Verunfallten nicht vorbei. Durch die nasse Kleidung und die eisigen Temperaturen kann es schnell zu Unterkühlungen oder Erfrierungen kommen. Daher darf die Person nur vorsichtig bewegt und langsam aufgewärmt werden. Eine mögliche Folge ist der sogenannte „Bergungstod“: Vereinfacht gesagt, gelangt kaltes Blut zu den lebenswichtigen Organen. Die Folgen sind Herzrhythmusstörungen beziehungsweise gänzliches Versagen der Herz-Kreislauftätigkeit. Passanten sollten auf jeden Fall den Notruf über 112 absetzen, um im Ernstfall schnellstmöglich Hilfe zu holen.

Kontakt: Gern stehen die Mitglieder des DLRG Werra-Meißner als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Alle Kontakte online unter: https://bez-werra-meissner.dlrg.de Eisregeln in zehn verschiedenen Sprachen gibt es unter: www.dlrg.de/informieren/freizeit-im-wasser/eisregeln-alle-wichtigen-sicherheitstipps/

Von Emily Hartmann

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