1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Lena Berger aus Herleshausen spendete Stammzellen

Erstellt:

Von: Emily Spanel

Kommentare

Will die Angst vor einer Registrierung und einer Stammzellenspende nehmen: Lena Berger aus Herleshausen hat einer Frau ein zweites Leben geschenkt.
Will die Angst vor einer Registrierung und einer Stammzellenspende nehmen: Lena Berger aus Herleshausen hat einer Frau ein zweites Leben geschenkt. © privat

Lena Berger aus Herleshausen hat ein Leben gerettet. Mit einer Stammzellenspende hat sie ein anderes, ihr fremdes Leben wieder lebenswert gemacht.

Herleshausen – Wer Blutkrebs hat, dem hilft oft nur eine Blutstammzellenspende. Nur für etwa jeden vierten Betroffenen findet sich in der nahen Verwandtschaft ein geeigneter Spender. Für die anderen sind Fremdspender die letzte Hoffnung – sie werden immer gesucht.

Für viele Patienten, die unter einer bösartigen Erkrankung des Blutes wie Leukämie leiden, ist eine Blutstammzellenspende ihre einzige Überlebenschance.

Für Lena Berger war immer klar: Ich möchte helfen. Mit 18 Jahren lässt sich die heute 22-Jährige bei der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) typisieren. Wohl auch, weil sie innerhalb der engsten Familie miterleben musste, welchen Schmerz eine Krebserkrankung verursachen kann.

Damit nicht genug: 2019 organisiert sie selbst eine Typisierungsaktion an ihrer damaligen Kasseler Schule, bei der rund 50 neue potenzielle Spender gewonnen wurden. „Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto größer ist auch die Chance, Blutkrebspatienten eine zweite Lebenschance zu geben.“

Zu Beginn des Jahres schließlich erhält die Herleshäuserin eine E-Mail, die ihr Leben verändert: Sie kommt als Stammzellspenderin in Frage; sie ist ein sogenannter „genetischer Zwilling“. Bei der Typisierung sind die Humanen-Leukozyten-Antigene, kurz HLA-Merkmale, entscheidend. HLA-Merkmale sind Strukturen auf der Zelloberfläche, die dem Körper signalisieren, ob es sich um körpereigene oder fremde Zellen handelt.

Damit die fremden Zellen nach einer Transplantation nicht abgestoßen werden, müssen die Merkmale von Patient und Spender so weit wie möglich übereinstimmen – im Idealfall stimmen zehn Gewebemerkmale exakt überein.

Nach sorgfältigen Blutuntersuchungen beim Arzt und einem umfangreichen Check in der Entnahmeklinik steht schließlich fest: Lena Berger darf tatsächlich spenden. „Zwei Wochen im Vorfeld musste ich mir morgens und abends Spritzen verabreichen, um die Stammzellen vom Rückenmark ins Blut zu transferieren“, berichtet die Lehramtsstudentin. „Das verursachte schwache Nebenwirkungen, die ich aber jederzeit wieder in Kauf nehmen würde.“

Gemeinsam mit ihrer engsten Bezugsperson, Mutter Nicole Berger, beginnt die Reise einen Tag vor der eigentlichen Stammzellenspende. Aus Datenschutzgründen darf der Ort der Spende nicht genannt werden; Lena Berger selbst ist auch die Identität der Patientin unbekannt. Sie weiß lediglich, dass sie ihre Stammzellen für eine schwer erkrankte Frau aus Deutschland spendet.

„Die Entnahme der Stammzellen war unkompliziert“, sagt die 22-Jährige im Rückblick: „Ich habe weder Schmerzen verspürt noch habe ich bleibende Auswirkungen, denn unsere Stammzellen werden vom Körper innerhalb kürzester Zeit wieder produziert.“ Die Prozedur der Stammzell-Entnahme sei vergleichbar mit Blutabnehmen und dauerte insgesamt rund fünf Stunden.

Lena Berger appelliert dringend, sich registrieren zu lassen: „Blutkrebs kann jeden von uns treffen! Nicht selten sind auch Kinder von der Krankheit betroffen. Doch nicht für jeden Patienten wird derzeit ein passender Spender gefunden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich so viele Menschen wie möglich registrieren lassen.“

Von der unbekannten Frau, die Lena Bergers Stammzellen empfangen hat, gab es in der vergangenen Woche eine Nachricht: Sie ist auf dem Weg der Besserung.

Bei der DKMS registrieren

Lena Berger ist rundherum überzeugt von der Arbeit der DKMS. Die Organisation lege größten Wert darauf, dass es nicht nur dem Patienten, sondern auch dem Stammzellenspender vor und nach der Spende gut geht. Beispielsweise übernimmt die DKMS bei einer Spende die Zugtickets der Spender und der Begleitperson, die Hotelunterbringung und die Verpflegung.

Die Registrierung bei der DKMS ist einfach und funktioniert auch online über dkms.de. Per Mausklick auf den „Spender:in werden“- Button und nach der Beantwortung einiger einfacher Fragen erfolgt die Online-Registrierung. Im Anschluss wird ein Registrierungs-Set nach Hause geschickt. Ein Wangenabstrich gibt Aufschluss darüber, ob Gewebemerkmale zu denen eines Patienten passen. Wenn die eingeschickte Probe von den Fachleuten der DKMS analysiert ist, erfolgt die Aufnahme in die weltweite DKMS-Spenderdatei.

Natürlich ist eine Registrierung auch bei Aktionen vor Ort möglich.

Auch interessant

Kommentare