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Lenoir-Anwesen in Lichtenau stand für 2,5 Millionen Euro zum Verkauf

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Von: Evelyn Ludolph

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Der Bauantrag ist gestellt, die Arbeiten werden aber frühestens im zweiten Halbjahr 2023 beginnen. Die Investitionen dafür schätzt Schwiersch auf grob 20 Millionen Euro. Bei der aktuellen wirtschaftlichen Situation seien Prognosen leider nicht mehr so verlässlich.
Der Bauantrag ist gestellt, die Arbeiten werden aber frühestens im zweiten Halbjahr 2023 beginnen. Die Investitionen dafür schätzt Schwiersch auf grob 20 Millionen Euro. Bei der aktuellen wirtschaftlichen Situation seien Prognosen leider nicht mehr so verlässlich. © Evelyn Ludolph, Schloss lenoir gmbh

Lenoir-Anwesen in Lichtenau stand für 2,5 Millionen Euro zum Verkauf

Hessisch Lichtenau – Aus dem Dornröschenschlaf geweckt wird nun das Lenoir-Anwesen in Hessisch Lichtenau. Der Gebäudekomplex ist verkauft worden, seit November ist der Vertrag rechtskräftig. Die neuen Besitzer sind Axel Schwiersch und Thomas Weyer von der Schloss Lenoir GmbH & Co KG. Mit dem Anwesen wollen sie ein Wohnkonzept für Menschen ab 50 Jahren umsetzen.

Den Verkauf des Grundstückes organisiert hat Jens Jordan von der Jordan Immobilien Group GmbH. Acht Jahre hat ihn das Anwesen beschäftigt, bis er und sein Team geeignete Interessenten gefunden haben. „Es war kein Notverkauf. Der Eigentümer hatte konkrete Vorstellungen“, erklärt Jordan.

Das Anwesen

Das Lenoir-Anwesen stand laut Exposé für 2,5 Millionen Euro zum Verkauf. Über den letztendlichen Kaufpreis haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart, berichtet Schwiersch. Er sei aber nicht so weit vom bekannten Angebotspreis entfernt. Das Anwesen umfasst ein Grundstück von 25 000 Quadratmetern. Die drei Gebäude sowie ein zusätzliches Verwalter- und ein Technikgebäude haben eine Wohnfläche von circa 7000 Quadratmetern.

Veranstaltungen, zu denen die Öffentlichkeit eingeladen wird, kann Schwiersch sich gut vorstellen.
Veranstaltungen, zu denen die Öffentlichkeit eingeladen wird, kann Schwiersch sich gut vorstellen. © Privat

Die Gebäude wurden 1908 errichtet und standen mehr als 20 Jahre leer, soweit Schwiersch bekannt ist. Im Jahr 1990 wurde das letzte Mal umfangreich modernisiert. Die Arbeiten umfassten die Dächer und Fenster, sowie die Elektro-, Brandschutz, Sanitär- und Heizungsanlage. „Die Gebäude bilden ein Kulturdenkmal und für den Zaun gilt zudem ein Ensembleschutz“, sagt Jens Jordan. Daraus entstehen Denkmalschutzauflagen, die beim Umbau beachtet werden müssen.

Das Grundstück bleibe privat. Führungen und Veranstaltungen, zu denen die Öffentlichkeit eingeladen wird, könne sich Schwiersch aber gut vorstellen. Das Mausoleum gehöre nicht zum Grundstück und bleibe weiterhin öffentlich.

Die Käufer

Axel Schwiersch Käufer
Axel Schwiersch Käufer © Privat

Diplomingenieur Thomas Weyer und Axel Schwiesch arbeiten bereits einige Jahre als Geschäftspartner bei Bauprojekten zusammen, wie sie auf Anfrage mitteilen. Bei ihrem jüngsten Projekt haben sie ein Hotel an der Ostsee umgebaut und 37 Ferienwohnungen daraus gemacht. Nun widmen sie sich den Gebäuden in Hessisch Lichtenau.

Thomas Weyer Käufer
Thomas Weyer Käufer © Privat

„Axel und ich ergänzen uns hier sehr gut. Ich baue und saniere seit über 30 Jahren Immobilien und verfüge in der Baubranche über entsprechende Erfahrungen. Axel ist seit über zehn Jahren in der Konzeption und dem Vertrieb von Pflegeheimen und Seniorenwohnanlagen tätig“, sagt Thomas Weyer.

Das Konzept

Schwiersch und Weyer planen, in die Gebäude 85 hochwertige Wohnungen einzubauen und diese zu verkaufen. Damit wollen sie ein Wohnkonzept umsetzen, das sich an Menschen ab 50 Jahren richtet, die den dritten und letzten Lebensabschnitt planen. Dieser sei oft geprägt von neuen Rollen, wenn zum Beispiel der Ruhestand komme oder die Kinder das Haus verlassen.

Der neobarocke Baustill soll bewahrt werden.
Der neobarocke Baustill soll bewahrt werden. © Privat

„Genau in dieser Situation befinden Thomas und ich uns derzeit. Thomas ist 61, ich selbst bin 55“, berichtet Schwiersch. Bei der Entwicklung hätten die beiden sich gefragt, was ihnen Spaß machen würde und worauf es ihnen und ihren Partnerinnen ankomme.

Herausgekommen ist ein Konzept aus vier Säulen: Gesundheit, Teilhabe, Sicherheit und Service. Um Körper und Geist gesund zu halten, planen Schwiersch und Weyer ein Kochstudio, Fitnessstudio, Sauna- und Wellnessbereich, Beauty- und Massageraum, ein Billard- und Kaminzimmer, eine Werkstatt sowie mehrere Veranstaltungs- und Besprechungsräume. Mit gesundem Essen, Sport, aber auch Persönlichkeitscoaching plane man, die Gesundheit zu unterstützen.

Der Kaufpreis für eine der 85 Wohnungen wird wohl bei 300 000 Euro beginnen.
Der Kaufpreis für eine der 85 Wohnungen wird wohl bei 300 000 Euro beginnen. © Privat

Eine Fülle an Gemeinschaftsräumen und Rückzugsmöglichkeiten sollen die Teilhabe sicherstellen. Die Sicherheit dreht sich nicht nur um den Einbruchschutz und 24-Stunden-Notruf, sondern das Personal wird auch in Erstversorgung geschult werden. Zudem soll es Defibrillatoren in jedem Gebäude geben. Ein Conciergeservice soll sich um die Wünsche der Bewohner kümmern und Events organisieren.

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