Leon, der ehrliche Finder vom Grünen See

Zehnjähriger findet bei Hundelshausen eine Tasche und gibt sie bei der Polizei ab

Leon-Maurice Michel aus Friedland zeigt die Karte mit seinem Finderlohn.
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Leon-Maurice Michel hat vor Kurzem am Grünen See bei Hundelshausen eine Tasche mit einem Handy gefunden und bei der Polizei abgegeben. Der Besitzer hat sich nun mit einem Finderlohn bedankt.

Der zehnjährige Leon-Maurice Michel aus Friedland hat schon oft etwas gefunden. Mal war es ein iPhone, mal eine Uhr. Am Pfingstmontag war es eine Tasche - und Leon-Maurice brachte sie zur Polizei.

Sie enthielt ein Handy, eine Jacke und ein Polo Shirt. Gefunden hatte er sie gegen 17 Uhr am Ufer des Grünen Sees in Hundelshausen, erzählt er. Dort war er mit seiner Mutter baden.Und er hat alles richtig gemacht: Nämlich die Tasche samt wertvollem Inhalt nicht behalten, sondern alles dafür getan, den Besitzer zu finden.

Nachdem er vergeblich versucht hatte, diesen über das Handy ausfindig zu machen, brachten der junge Friedländer und seine Mutter Kathleen den Fund der Polizei in Witzenhausen.

Als dann Nikolas Wach, der Besitzer der Sachen, seine eigene Nummer anrief, antwortete ihm ein Polizist der Wache Witzenhausen.

Laut eigenen Angaben hatte der 39-Jährige aus Kassel beim Spaziergang mit seiner Freundin seine Tasche nebst Inhalt am See liegengelassen und hegte wenig Hoffnung, sie wiederzubekommen. Umso größer war die Freude, sich die Sachen in der Witzenhäuser Polizeiwache abholen zu können. Vor Ort ließ sich der Kasseler dann die Adresse des ehrlichen Finders geben.

Nach ein paar Tagen dann die Überraschung: Leon-Maurice bekam am Donnerstag eine Karte mit Gruß und 20 Euro Finderlohn überreicht. Der Junge freute sich sehr: „Über die netten Worte bin ich sehr glücklich. Ich bekomme im Monat 20 Euro Taschengeld von meiner Oma, der Finderlohn ist wie ein zusätzlicher Monat für mich.“ Seinen Finderlohn wolle er sparen, sagt er. Eines Tages würde er sich damit eine Handyhülle oder ein Videospiel kaufen.

Auf die Frage, warum er so aufrichtig sei und seine Funde immer zur Polizei bringe, antwortet er: „Ich weiß, wie es sich anfühlt, etwas zu verlieren. Ich würde dann gerne meine Sachen wiederbekommen und deswegen will ich sicher sein, dass alles was ich finde, zurück zu seinem Besitzer kommt“. Er sei froh, dass Wach seinen Besitz wiederbekommen habe.

Nikolas Wach erklärt, dass das Handy vor allem von symbolischem Wert sei: „Heutzutage ist es ja weniger der materielle Verlust, der in so einem Fall schmerzt, sondern der ideelle. Unsere Mobiltelefone sind so voll mit Fotos, Kontakten und Nachrichten, da ist ein Verlust kaum zu kompensieren.“ Der Kasseler sei Leon-Maurice dankbar, er hätte ihm den Tag gerettet und den vielen, teils auf seinem Telefon verewigten Erinnerungen eine weitere unvergessliche hinzugefügt: „Der Junge ist ein Beispiel für Ehrlichkeit und Verantwortungsbereitschaft.“ Von ihm können sich auch einige Erwachsene etwas abschauen.

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