Modelleisenbahn-AG startet nach Herbstferien

Hundelshäuser Schüler basteln an Modelleisenbahn-Anlage

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Das Basteln kann beginnen: Freude über die gestifteten Bauteile herrscht bei der Modelleisenbahn-AG der Gelstertalschule, hier von links Antonia, Elisabeth, Lukas (hinten), Luka, Elias, Kira, Schul- und AG-Leiter Waldemar Rescher, Timon, Jan, Tim und Nils. Nach den Herbstferien soll es mit dem Gestalten der Anlagen-Module losgehen.

Hundelshausen. Modelleisenbahn ist im Zeitalter des Computers und der Computerspiele bei der Jugend heute doch out. Doch in der Gelstertalschule sieht das ganz anders aus.

Zehn Grundschüler der Gelstertalschule im Witzenhäuser Stadtteil Hundelshausen sind sogar ganz heiß darauf, eine Modelleisenbahn-Anlage aufzubauen und die Züge darauf fahren zu lassen. Gleich nach den Herbstferien will die Modelleisenbahn-AG damit beginnen.

Denn vor Kurzem sind dutzende von Kartons mit allem, was man für ein Anlage so braucht, in der Schule eingetroffen. Das Material - von Bäumchen und Häuschen zum Zusammenbauen bis zu Schienen, Lokomotiven und Waggons - hat einen Wert von 1500 bis 2000 Euro, sagt Schulleiter Waldemar Rescher, der selbst eine Anlage zu Hause hat und die Arbeitsgemeinschaft denn auch leitet.

Eine von 60 Gewinnerinnen 

Weil aber so viel Geld weder die Schulgemeinde, noch die Kinder für dieses Hobby aufbringen können, hat sich die Grundschule um eine „Werkstatt Modelleisenbahn“ bei der Initiative „Spielen macht Schule“ beworben. Und siehe da, das von Rescher eingereichte Konzept überzeugte die Jury, die Gelstertalschule ist eine von 60 Gewinnerinnen eines dicken Modelleisenbahn-Produktpakets.

Bis vor zwei Jahren gab es schon eine Modelleisenbahn-AG, nun soll die noch gut aufbewahrte schuleigene, schon 13 Meter lange Anlage überholt und mit den Modulen, die die neue AG demnächst in Angriff nimmt, ausgebaut werden.

Mit viel Geschick werden dann die Viertklässler - darunter auch drei Mädchen! - insbesondere die kleine Kirche, das Fachwerkrathaus, die Mühle und den beschrankten Bahnübergang mit Bahnwärterhäuschen mit Kunststoffkleber zusammensetzen, Gelände formen, Wald „pflanzen“ und Schienen verlegen. Die früheren AG-Schüler mussten noch mit Sägemehl, Gips und Holz ans Werk gehen.

Elias ist schon Experte 

Einige der Schüler, die sich für die AG gemeldet haben, haben bereits Erfahrung mit Modelleisenbahnen. Der mit Abstand größte Fan ist aber Elias, das einzige AG-Mitglied aus einer dritten Klasse. Er sei schon von Geburt Eisenbahn-Fan und hatte, wie er stolz berichtet, schon mit fünf Jahren „eine Märklin“ und später eine große LGB-Bahn. Eine verstaubte Anlage eines Onkels hat er wieder aufgemotzt und erst kürzlich den Bahnhof mit LED-Lämpchen versehen. In der AG, so freut sich der Achtjährige, könne er nun aber viel größer bauen.

Von Computerspielen hält Elias hingegen nichts, wie übrigens alle seine Mitbastler in der AG. Tim sagt sogar: „Computerspielen ist schwachsinnig.“

Hintergrund: Fähigkeiten der Kinder fördern

„Der Aufbau einer Modelleisenbahn-Anlage stellt die Kinder vor handfeste Herausforderungen, an deren Überwindung sie und ihre Fähigkeiten wachsen können.“ - Das ist ein Grund, weshalb die Initiative „Spielen macht Schule“ den Wettbewerb um die „Werkstatt Modelleisenbahn“ ausgeschrieben hat.

Die bundesweite Initiative wurde vom Verein „Mehr Zeit für Kinder“ und dem ZNL Transfer-Zentrum für Neurowissenschaften und Lernen 2007 ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Initiative von den 16 Kultusministerien.

Um eine „Werkstatt Modelleisenbahn“ für ihre Schule zu gewinnen, mussten die Grundschulen individuell erarbeitete Bewerbungen einreichen. Die besten Konzepte wurde von einer Fachjury prämiert.

Die Gelstertalschule wurde für ihr „originelles und durchdachtes Konzept“ gewürdigt und erhielt deshalb eine komplette Ausstattung an Produkten namhafter Hersteller von Modelleisenbahn-Zubehör.

Von Stefan Forbert

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