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Lieferengpässe und fehlendes Personal im Kreis

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Von: Marvin Hinrichsen

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Solarstrom wird im Kreis teurer
Solarstrom wird im Kreis teurer  © Peter Kneffel

 Explodierende Energiepreise, Unsicherheiten durch Krieg und Pandemie.

Werra-Meißner – Dadurch entsteht im Werra-Meisner-Kreis ein starker Bedarf nach Solarstrom. „Die Nachfrage ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Dominik Benning, Innungsobermeister Werra-Meißner. Leider gestalte sich die Auftragsabwicklung schwierig, da nicht alle Komponenten auf den Punkt geliefert werden könnten. Aktuell seien Halbleiter und Kunststoffe das größte Problem.

„Derzeit ist es uns nicht möglich, Kunden eine komplette Solaranlage liefern zu können“, so Benning. Auch die Situation rund ums Fachpersonal sei nach wie vor schwierig. „Hierbei kann ich nur für meinen Betrieb sprechen. Sicherlich werden Fachkräfte in unserer Branche und natürlich generell im Handwerk nach wie vor händeringend gesucht“, sagt Benning. Ebenfalls bestätigt Elektromeister Steffen Schmidt von der Firma Haus- und Kältetechnik aus Bad Sooden-Allendorf die prekäre Situation. Durch die Unsicherheit seien die Verbraucher mehr denn je darauf aus, sich unabhängiger zu machen.

Solarstrom wird im Kreis teurer

Doch das sei sehr kostspielig und es müsse genau geprüft werden, ob sich dies in der aktuellen Zeit rechnet. „Es wird immer teurer“, sagt Schmidt. Hätte es vor der Pandemie noch 18 000 Euro gekostet, ein Haus mit Solarmodulen zu bestücken, sind es heute schon bis zu 33 000 Euro. „Wir verzeichnen einen Preisanstieg von 40 Prozent“, sagt Schmidt. Auch die Lieferengpässe kann er bestätigen: Durch die Autoindustrie, die ebenfalls Bedarfsgüter wie für Solaranlagen vom asiatischen Markt beziehe, komme es dann zu Engpässen. 90 Prozent der Solarmodule würden aus dem asiatischen Raum kommen. „Dazu kommt noch, dass durch die hohe Anfrage Anbieter über das Internet viel zu hohe Preise verlangen“, sagt Schmidt. Es sei immer hilfreich, sich bei den regionalen Händlern zu erkundigen.

„Das fehlende Fachpersonal ist kein neues Phänomen“, betont der Fachmann. So seien auch vor Pandemie und Kriegsbeginn die Probleme des Personalmangels offenkundig gewesen. „Schon vor Beginn der ganzen Probleme gab es einen massiven Bedarf an Fachpersonal.“ In absehbarer Zeit sieht Steffen Schmidt keine Besserung der Situation. „Ich befürchte, es wird noch schlimmer.“ Durch die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Solarmodule sei zu erwarten, dass die Anfragen noch einmal deutlich steigen werden. (Marvin Hinrichsen)

Einspeisevergütung für Solarstrom steigt

Die Bundesregierung will trotz der Energie-Krise und Lieferengpässen, die Installation von Photovoltaikanlagen attraktiver machen. Laut neuem Erneuerbare-Energien- Gesetz steigt zum Beispiel die Energiepreisvergütung ab 2023 für mittelgroße Anlagen (10-40 kWp), die seit 30. Juli 2022 in Betrieb sind, von 7,5 auf 8,6 Cent. Sie soll bis 2024 konstant bleiben und erst dann halbjährlich um ein Prozent sinken. Neuerdings gilt das auch für Anlagen auf Garagendächern. goe

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