Glücklich trotz verlorenem Ring

Lieselotte und Paulheinz Nordmeier feiern Diamantene Hochzeit

Seit 60 Jahren verheiratet: Lieselotte und Paulheinz Nordmeier aus Fürstenhagen
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Seit 60 Jahren verheiratet: Lieselotte und Paulheinz Nordmeier aus Fürstenhagen

Dass der Verlust des Eherings das Ende der Ehe bedeutet – so sagt es zumindest der Aberglaube – haben Lieselotte und Paulheinz Nordmeier aus Fürstenhagen widerlegt. Ihm war der Ehering bereits wenige Monate nach der Hochzeit verloren gegangen, doch nach 60 Jahren sind beide noch immer ein Paar und feiern am 9. August 2021 Diamantene Hochzeit.

Fürstenhagen – Das Missgeschick passierte dem 21-jährigen Paulheinz Nordmeier während seiner Bundeswehrzeit: Er verlor seinen Ehering. Als Kradfahrer befand er sich mit seiner Einheit auf dem Weg ins Manöver, als sein Motorrad streikte. Nach der Reparatur reinigte er seine Hände und streifte dazu den goldenen Ring ab. In der Hektik des Geschehens ließ er ihn liegen, und als er auf dem Rückweg nachschaute, war der Ring weg.

Geboren ist Paulheinz Nordmeier 1940 in Oberkaufungen. Mit zehn Jahren zog er mit seiner Mutter nach Großalmerode. Dort war auch die zwei Jahre jüngere Lieselotte Oetzel zuhause. Beide gingen in der Tonstadt zur Schule und wurden in der Stadtkirche konfirmiert. Paulheinz befand sich bereits in der Ausbildung zum Schmied bei der Firma Henschel in Kassel, als Lieselotte Arbeit in der Zigarrenfabrik in Witzenhausen fand.

Das junge Paar: Ein Hochzeitsfoto gibt es nicht, dieses Bild entstand etwa zwei Jahre später. Repro: Lothar Röß

Im „Köppchen“, der ehemaligen Kultkneipe der Jugend in Großalmerode, kamen sich die beiden 1958 beim Tanzen näher. Mit seinem Motorrad, einer Horex 350, unternahm das Paar Ausflüge an den Edersee. Weil Lieselottes Eltern wenig begeistert vom Freund ihrer Tochter waren, trafen sich beide immer wieder heimlich. Heimlich verlobten sie sich auch im Jahr darauf, tauschten die Ringe auf dem Großalmeröder Marktplatz.

Nachdem auch Lieselottes Eltern dem Willen ihrer Tochter nachgaben, stand der Hochzeit am 9. August 1961, einem Mittwoch, an dem Paulheinz 21 Jahre alt wurde, nichts mehr im Weg. Nach dem Standesamt ging es zur kirchlichen Trauung mit Pfarrer Martin Philipp zum Gemeindehaus, denn die Stadtkirche wurde gerade renoviert. Die Zeremonie fand im Freien statt.

Das junge Paar wohnte zunächst im Haus der Brauteltern an der Kasseler Straße, Paulheinz absolvierte zu der Zeit seinen Wehrdienst. 1962 wurde Sohn Thomas geboren. Ab Mitte der Sechziger wechselten die Nordmeiers öfter die Wohnung, lebten zeitweise auch in Rommerode. 1969 kam Sohn Mario auf die Welt, 1974 Tochter Nicole. Seit 2013 wohnt das Paar in Fürstenhagen.  (zlr)

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