Krebskranke Kinder: Spendenaktion für Elternhäuser gestartet

Sind dankbar für die gute Unterstützung und wollen etwas zurückgeben: Thomas und Birte Werning mit Töchterchen Lilith aus Schwebda starteten eine Spendenaktion zugunsten von Elternhäusern für krebskranke Kinder. Darüber freute sich der heimische Elternhaus-Botschafter Helmut Först (Zweiter von rechts). Foto: Möller

Schwebda. Wenn das „Kleine Glück - Geschenke für große und kleine Leute“ in Schwebda ruft, gibt es Freudiges zu berichten.

Dann stehen Lilith „Löwenherz“ und ihre Eltern, Birte und Thomas Werning, im Mittelpunkt des vorweihnachtlichen Geschehens, halten eine Spende für das Elternhaus für krebskranke Kinder in Göttingen und Kassel sowie ein Kinder-Ferienhaus an der Nordsee bereit. Jüngst waren es neben Sachspenden 3000 Euro, die unter anderem der heimische Elternhaus-Botschafter Helmut Först entgegennehmen konnte.

„Besonders über Weihnachten, wenn Kinder auf der Krebsstation der Universitätsstadt oder im günstigsten Fall zusammen mit ihren Angehörigen im angrenzenden Elternhaus das Christfest feiern, bricht für alle Beteiligten eine schwere Zeit an, so dass Hilfen in jeglicher Form gerne angenommen werden“, wissen Birte und Thomas Werning aus eigener Erfahrung. Ihre Tochter Lilith, mittlerweile drei Jahre jung und im Kindergartenalter, kam nicht nur mit einem Nabelschnurbruch zur Welt, sondern die Ärzte stellten bei dem Säugling auch einen Herzfehler fest. Lilith wurde erfolgreich am Herz operiert und für die nächsten fünf Monate stand in der Klinik in Kassel ihr Kinderbett, waren tagsüber Vater und Mutter an ihrer Seite, mussten ihre zwei Brüder zurückstehen.

„Für Lilith war es sehr gut, ständig eine Bezugsperson aus dem häuslichen Umfeld um sich zu haben.“

„Wir wissen, wie es ist, wenn der Weg nach Kassel zur täglichen Tortur wird“, sagt Thomas Werning. Deshalb habe man sich sehr gefreut, als das Elternhaus für krebskranke Kinder in der nordhessischen Metropole einen Platz frei hatte, blickt er zurück. „Besonders für Lilith war es sehr gut, ständig eine Bezugsperson aus dem häuslichen Umfeld um sich zu haben“, fügt Birte Werning an. Wieder zu Hause, war für Lilith der Leidensweg aber noch nicht zu Ende. Die Kinderklinik in Göttingen war die nächste Station, wo die Mediziner den Nabelschnurbruch der damals Zweijährigen behoben. „Auch in Göttingen fanden wir Platz im Elternhaus für krebskranke Kinder, wo engagierte Mitarbeiter sich um das Wohl der Kinder kümmern, und dafür sind wir äußerst dankbar“, so die Eltern von Lilith, die ihrem Sprössling wegen des tapfer durchgestandenen Martyriums auch den Beinamen „Löwenherz“ gegeben haben.

Und Lilith „Löwenherz“ hat sich jetzt auch im Kindergarten „Sonnenschein“ in Frieda eingelebt. Zusammen mit ihrer derzeit ständigen Begleiterin, der Kinderschwester Rebecca Müller vom Pflegedienst-Team Kimbu (Kinderambulanz-Team) aus Kaufungen, ist sie bei Spiel und Spaß ganz vorne mit dabei. Die Dreijährige muss noch ständig betreut werden, da sie an Gedeih- und Schluckstörungen leidet, so dass Essen und Trinken über eine Sonde dem Magen zugeführt werden. „Alle drei Stunden muss Lilith sondiert werden, doch wir sind guter Hoffnung, dass auch diese Fehlentwicklung vorübergeht“, blicken Birte und Thomas Werning optimistisch nach vorne.

Mit ihrer Spendenaktion Lilith „Löwenherz“ und das Kleine Glück haben Wernings, die einen Online-Versand und ein Geschäft für hochwertige Kinderartikel betreiben, großen Anklang bei ihren Kunden und Lieferanten gefunden, so dass neben den Elternhäusern in Göttingen und Kassel auch eine Kinder-Ferienhaus-Einrichtung in Cuxhaven davon profitiert.

Von Dieter Möller

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