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Lindewerra: St.-Pauli-Blues, Altmeister und Gitarrenhexer

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Von: Stefanie Salzmann

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Im Duell: Chris Farlowe (Mitte) und Gitarrist Krissy Matthews in Lindewerra.
Im Duell: Chris Farlowe (Mitte) und Gitarrist Krissy Matthews in Lindewerra. © STEFANIE SALZMANN

Die Hamburg-Blues-Band mit Altmeister Chris Farlowe war auf Tournee-Station in Lindewerra. Die Band ist gerade mit ihre Jubiläumstournee zu ihrem 40-jährigen Bestehen unterwegs.

Lindewerra – So klein das Dorf an der Werra, so groß sind die Konzerte im urigen Dorfgemeinschaftshaus von Lindewerra, zu denen Thomas Ruf – Inhaber des dort ansässigen Musiklabels Ruf Records – immer wieder einlädt und dabei weder an großen Namen noch an außergewöhnlichen Nachwuchsmusikern aus der ganzen Welt fehlen lässt.

So wie am vorigen Donnerstagabend, als die Hamburg-Blues-Band um Sänger Gerd Lange anlässlich ihrer Jubiläumstournee zum 40. nicht nur den erst 29-jährigen Ausnahmegitarristen Krissy Matthews, sondern auch Chris Farlowe mit auf die Bühne brachten und das Publikum zwischen 18 und 80 sofort mitnahmen mit ihrem brettharten Bluesrock.

Ihr Gast und alter Weggefährte Farlowe – einst Sänger bei den Progressive-Giganten Colosseum und Atomic Rooster und Leadsänger auf Jimmy Pages erstem Soloalbum „Outrider“ – ist heute 82 Jahre alt und legte in Lindewerra einen großartigen Auftritt hin, vor allem im Duell mit dem Gitarristen Matthews, der fast besessen wirkt, wenn er seine Soli spielt, und er spielte viele Soli. Für dessen außergewöhnlichen Stil sollen Musiker wie Jimi Hendrix, Muddy Waters, Eric Clapton und Rory Gallagher Pate gestanden haben und das Konzert bewies, dass der junge Gitarrist der eigentliche Star des Abends war.

Chris Farlowe, der seit den 1960er-Jahren auf der Bühne steht und mit dem von Mick Jagger und Keith Richards produzierten Rolling-Stones-Song „Out Of Time“ Platz eins sämtlicher Charts Europas eroberte, beeindruckte durch seine immer noch gewaltige Stimme und ungeheure Bühnendominanz.

Nach seinem ersten Song in dem kochend heißen Saal grinste Farlowe ins Publikum und sagte: „I need a doc“ („Ich brauche einen Arzt“), um dann unbeeindruckt weiterzumachen. Als die gesamte Band plötzlich von der Bühne verschwunden war, legte er ein beeindruckendes Solo hin.

Ein großartiges Konzert mit allem, was dazugehört: einem musikalischen Feuerwerk mit echten Typen und Originals. (Stefanie Salzmann)

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