Lokführerstreik bei der Bahn: Cantus fängt Engpässe im Werra-Meißner-Kreis ab

Nicht vom GDL-Streik betroffen: Der Cantus pendelt auch in den kommenden Tagen zwischen Nordhessen und Südniedersachsen. Foto: nh

Werra-Meißner. Der 100-Stunden-Streik der Lokführergewerkschaft GDL droht, die Republik lahm zulegen. Reisende im Werra-Meißner-Kreis könnten jedoch glimpflich davon kommen: Da die Cantus-Verkehrsgesellschaft nicht von dem angekündigten Lokführer-Ausstand betroffen ist, rollt ein großer Teil des Fernverkehrs regulär.

Lediglich vor vereinzelten „Verspätungen und Gleiswechseln“ während der Streiktage bis Montag warnen Mitarbeiter der Cantus-Bahn auf ihrer Webseite. Die Strecke Kassel-Witzenhausen-Göttingen soll durchgängig befahren werden. Gleiches gilt für die Strecke Bebra-Eschwege-Göttingen. Von einem „erhöhten Fahrgast-Aufkommen“ geht eine Cantus-Sprecherin aus, Zusatzwagen wird es allerdings nicht geben.

Bereits gestern waren die Auswirkungen des angekündigten Mammut-Streiks im Werra-Meißner-Kreis spürbar. Auf den privaten Internet-Fahrzentralen Mitfahrgelegenheit.de und Blablacar.de häuften sich die Angebote aus Witzenhausen und Eschwege für das kommende Wochenende. Für 18 Euro geht es von Witzenhausen nach Berlin, für 15 Euro von Eschwege nach Wiesbaden. Auf dem Universitäts-Campus in Witzenhausen organisierten sich bereits gestern Mitfahrgelegenheiten unter Studenten, die am Wochenende Fernreisen planen.

Zum Teil schlägt sich der Bahnstreik auch auf den Busverkehr nieder. Das sagte eine Sprecherin des Eschweger Busunternehmens Reiseland Fröhlich. Bereits am Dienstag, dem Tag der Streikverkündung, mussten für viele Fahrgäste alternative Fahrrouten ausgegeben werden - gerade für solche, die nach ihren Bustouren per Zug weiterreisen wollten. „Betroffen sind zum großen Teil auch Gäste, die am Wochenende Flughäfen ansteuern wollen, etwa Frankfurt oder Hannover“, sagte Büroleiterin Sabine Bachmann.

Keine Auswirkungen für den Busverkehr im Bereich Witzenhausen erwartet Busunternehmer Wolfgang Brundig. „Die Pendler im Nahverkehr werden den Bahnstreik in unserer Region nicht spüren“, sagt Brundig. Der Cantus fange den Großteil der Ausfälle ab, eine Überlastung des lokalen Busverkehrs sei nicht zu befürchten. (jsm)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.