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Lorenz Schöggl aus Frankershausen hat für einen Krebspatienten Stammzellen gespendet

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Von: Theresa Lippe

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So kann es aussehen, wenn man ein Leben rettet: Lorenz Schöggl ist während seiner Stammzellenspende an einen Zellseparator angeschlossen, eine Krankenpflegerin überwacht den reibungslosen Ablauf.
So kann es aussehen, wenn man ein Leben rettet: Lorenz Schöggl ist während seiner Stammzellenspende an einen Zellseparator angeschlossen, eine Krankenpflegerin überwacht den reibungslosen Ablauf. © Rebecca Recknagel /NH

Lorenz Schöggl aus Frankershausen berichtet von seiner Stammzellenspende am Uni-Klinikum in Göttingen.

Frankershausen – Zehn Tage ist es nun her, dass Lorenz Schöggl die vermutlich lebensrettende Stammzellenspende für einen ihm fremden Krebspatienten abgegeben hat. Der Frankershäuser ist in der Knochenmark- und Stammzellspenderdatei Göttingen (KMSG) registriert.

„Ich würde es immer wieder tun“, sagt der 23-Jährige. Das Gefühl nach der Stammzellenspende sei einmalig: „Ich war sehr erleichtert, dass alles geklappt hat und gleich beim ersten Versuch genug Stammzellen gesammelt werden konnten“, berichtet Schöggl. Auch ein Gefühl von Stolz hätte sich breitgemacht – dafür, dass er mit seiner Spende vermutlich ein Leben gerettet hat, aber auch dafür, dass er „es durchgezogen hat“.

„Ich war sehr erleichtert, dass alles geklappt hat und gleich beim ersten Versuch genug Stammzellen gesammelt werden konnten.“

Lorenz Schöggl

Knapp sechs Stunden lag der Frankershäuser still in seinem Bett, in jedem Arm eine Braunüle. „Das Blut von Herrn Schöggl wurde dabei in einem ständigen Kreislauf aus einer Armvene durch den Zellseparator geleitet und mittels Zentrifugation in die einzelnen Bestandteile aufgetrennt“, erklärt Dr. Beatrix Pollok-Kopp, Ärztliche Leiterin der KMSG.

Frankershäuser gibt Stammzellenspende für Krebspatienten ab

„Nach etwas mehr als fünf Stunden waren die benötigten Stammzellen gesammelt, anschließend wurde noch eine Blutplasmaspende entnommen“, erklärt der 23-Jährige. Langweilig sei ihm in der Zeit nicht geworden. Zwar hätte er sich nur sehr wenig bewegen dürfen, auch die Handgelenke musste er still halten, doch er hätte sich viel mit den Ärzten und Pflegerinnen unterhalten. „Nur in der letzten Stunde wurde es dann irgendwann unbequem, aber ich habe mich dann mit Fernsehen abgelenkt.“

„Ich wurde sehr lieb betreut. Hatte ich Durst, wurden mir Getränke mit Strohhalm gereicht, juckte meine Nasenspitze, wurde sie mir gekratzt“, sagt Schöggl scherzend. Und der Toilettengang? „Dazu ist es zum Glück nicht gekommen, aber auch da hätte es eine Lösung gegeben“, sagt er und lacht.

Vier Millionen Einheiten seiner Stammzellen seien für den Empfänger angefragt worden, schlussendlich hätten aus seiner Spende rund 5,4 Millionen Einheiten gewonnen werden können, eine zweite Spende war also nicht nötig. Noch am selben Tag wurden die Stammzellen mit einem Kurier zum Krankenhaus des Empfängers gebracht.

Stemmzellenspende: Lorenz Schöggl aus Frankershausen will Leben retten

Vier Tage, zweimal täglich, musste sich Schöggl in Vorbereitung für die Spende ein körpereigenes Wachstumshormon (G-CSF) in die Bauchdeck spritzen, welches das Ausschwemmen der weißen Blutkörperchen und der Stammzellen aus dem Knochenmark ins periphere Blut bewirkte. „Am zweiten Tag haben sich die angekündigten Nebenwirkungen bemerkbar gemacht, ich hatte Gliederschmerzen und mein Becken tat etwas weh“, erinnert er sich. „Mir wurde aber versichert, dass das ganz normal sei und alles in Ordnung ist.“ Am Tag der Spende seien die Nebenwirkungen alle wieder verschwunden, versichert er.

Bereits am Vorabend, dem 8. Januar, reiste der 23-Jährige gemeinsam mit seinem Vater nach Göttingen. Am Morgen der Spende musste er sich um 5 Uhr die letzte Spritze geben, um 8 Uhr ging es dann los.

Stammzellenspende: so geht es Lorenz Schöggl heute

„Ich wurde super betreut, die kompletten Zeit war immer jemand bei mir“, berichtet Schöggl. Sein Bruder hätte ihn im Anschluss nach Hause gefahren, das sei beruhigend gewesen. Generell sei er sehr dankbar für die Unterstützung seiner Familie. Wie es ihm nun geht? Schöggl: „Es ist alles super, ich habe direkt am nächsten Tag wieder gearbeitet, zwei Tage später war ich beim Sport und die erste Kontrolluntersuchung verlief auch bestens.“ Lesen Sie HIER Teil 1 der Geschichte. (Theresa Lippe)

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