Lothar Seeger 30 Jahre im Parlament der Region

Hätte gern weitergemacht: Lothar Seeger, bislang Vorsitzender des Haupt- und Planungsausschusses der Regionalversammlung Nordhessen. Foto: Forbert

Mit dem Beschluss des Teilregionalplans Energie, der insbesondere die Vorrangflächen für Windkraftanlagen festschreibt, endete die Wahlperiode der Regionalversammlung Nordhessen. Der Sozialdemokrat Lothar Seeger (Dudenrode) gehörte diesem Gremium über 30 Jahre an.

Werra-Meißner. Weil es in den Wochen vor der letzten Sitzung der Regionalversammlung Nordhessen noch einmal fraglich wurde, ob es grünes Licht für den Windenergieplan gibt, war Lothar Seeger am Ende froh: Bei zwei Gegenstimmen fand der Teilplan eine große Mehrheit. Damit habe ein Schlussstrich gezogen werden können, sagt Seeger, einer von fünf Vertretern des Werra-Meißner-Kreises in der Versammlung.

Mit dem Plan beschäftigte sich das Gremium und insbesondere dessen Haupt- und Planungsausschuss sowie der Arbeitskreis Energie seit 2011. 15 Jahre lang Vorsitzender dieses Ausschusses war Lothar Seeger. Der Kreitag hatte den Sozialdemokraten seit 1985 - zunächst für vier Jahre als Stellvertreter - ins „Parlament der Region“ entsandt. Die letzte Sitzung der Regionalversammlung in alter Besetzung war auch Seegers letzte. Die neue Dreier-Regierungskoalition im Kreistag gewährte ihm für die neue Wahlperiode kein Mandat mehr.

Der heute 60-Jährige brachte damals den Vorteil mit, Vermessung (heute: „Geodäsie“) mit den Fächern Landesplanung und Raumordnung studiert zu haben. Zudem war der Diplom-Ingenieur beruflich mit Raumordnung für die A 44 und den Regionalplan befasst. So konnte er die Fachbegriffe den Politiker-Kollegen allgemein verständlich erläutern.

Häufig ging es in der Regionalversammlung um Sondergebiete für den Handel auf der grünen Wiese statt in den Zentren, berichtet Seeger. Einvernehmlicher Wille des Parlaments: Sogenannte Factory-Outlet-Zentren „wollen wir in Nordhessen nicht“.

Außerdem beschäftigte man sich mit dem Verlauf der A 44 und weiteren Umgehungsstraßen sowie der 380-kV-Starkstromleitung, die letztlich nicht mehr den Werra-Meißner-Kreis betraf. Zuletzt war Seeger mit dem regionalen Energieplan befasst.

Schon früh sei er ein Befürworter und Verfechter der erneuerbaren Energien gewesen, sagt der Atomkraftgegner, der zusätzlich von Tschernobyl geprägt wurde. Früh sei ihm klar gewesen, „dass das, was wir heute Energiewende nennen, nur von unten gestaltet werden kann“. Wobei er sich als „ein kleines Schräubchen im Getriebe“ sieht bei der Umsetzung. Weil die Öko-Energien auch von der Bevölkerung gewollt würden, „werden sie sich durchsetzen“, ist er überzeugt und meint damit insbesondere die Akzeptanz von Windkraftanlagen. Seeger hätte gern weiter in der Regionalversammlung gearbeitet. Auch nach dem beschlossenen Windplan sieht er ein wichtiges Thema: Bei der Fortschreibung des Regionalplanes von 2009 geht es um neue Wohn- und Gewerbegebiete. Seine Meinung: Man dürfe keine neuen Baugebiete am Ortsrand mehr ausweisen, wenn es Leerstände mittlerweile nicht nur in alten Ortskernen gibt. Sein Appell: Flächen schonen. An diesem ökologischen Ziel kann Seeger nun nicht mehr an einflussreicher Stelle mitschrauben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.