Forstwirte verwenden Gift

Mäuse-Invasion: Junge Bäume sind in Gefahr

Werra-Meißner. Eine Mäuse-Invasion belastet Land- und Forstwirte im Raum Nordhessen und Südniedersachsen. Es gibt im Wald so viele Erdmäuse wie seit dem Jahr 1994 nicht mehr.

Die Population habe so stark zugenommen, dass die Kulturen neu gepflanzter Bäume massiv gefährdet seien, sagt Michael Habermann, Abteilungsleiter Waldschutz, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen.

Tests mit Probefängen von Mäusen hätten ergeben, dass die Schwellenwerte massiv überschritten sind. „Wir haben 50 Fallen zwei Nächte lang aufgestellt. Das Ergebnis war, dass wir in den insgesamt 100 Fallen 53 Mäuse gefangen haben“, Schon ein Fang von zehn Mäusen sei kritisch für die jungen Kulturen in den Wäldern. „Der Anstieg ist enorm, es könnte zu massiven Schäden kommen“, sagt er.

Eine besonders hohe Mäusepopulation in diesem Jahr bestätigt auch Matthias Dumm, Leiter des Forstamtes Hessisch Lichtenau auf Anfrage unserer Zeitung. Um die jungen Kulturen vor den Fressfeinden zu schützen, werde an bestimmten Stellen im Wald bereits Gift ausgelegt: „Wir verwenden ein eigens dafür zugelassenes Gift, um die Mäuseplage in den Griff zu bekommen“, sagt Dumm. Das Gift werde aber nur in Bereichen, in denen erst kürzlich Laubholz gepflanzt wurde, verwendet.

Die Maus sei für die jungen Bäume besonders gefährlich, wenn es geschneit habe. Sie finde dann keine Nahrung in Form von Gras mehr. „Kritisch ist es aber auch schon, wenn sich im Herbst das Gras zu rollen beginnt. Dann schmeckt es der Maus nicht mehr“, sagt Michael Habermann, Abteilungsleiter Waldschutz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt. Etwas schmackhaftes müsse dann her. „Die Rinde von etwa ein Meter hohen Laubbäumen schmeckt den Nagern am besten, sie ist wie ein Festmahl,“ sagt Habermann. (lin/alh)

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