In neun Jahren kamen 36.000 Kilometer zusammen

Andreas Jordan aus Fürstenhagen: Er läuft jeden Marathon unter drei Stunden

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Fit für den nächsten Lauf: Andreas Jordan schnürt die Schuhe.

Fürstenhagen. Andreas Jordan (44) aus Fürstenhagen ist Läufer aus Leidenschaft - kein Tag, an dem er nicht seine Schuhe schnürt, um fünf bis 42 Kilometer im Laufschritt zu bewältigen.

Das zahlte sich aus: Die magische Grenze von drei Stunden über 42,195 Kilometer knackte er mit 2:50 Stunden erstmals 2010 in Hamburg.

Seither ist er bei jedem Marathon unter der Drei-Stunden-Marke ins Ziel gekommen. Auch wenn er sich danach jedes Mal „nie wieder“ sagte, war er allein in Frankfurt schon zwölfmal am Start. Die Main-Metropole hat er ins Herz geschlossen: Nach zehn Starts gehört er dem Frankfurt Marathon Club an und hat sich die 703 als ewige Startnummer gesichert. Und 2012 stellte er dort mit 2:41,38 Stunden seine bisherige Bestzeit auf.

Mit dem Laufen hat Andreas Jordan erst 2003 begonnen. Bis dahin war er Fußballer im Turn- und Gesangverein Fürstenhagen. Seine Eltern Heidi und Rudi Jordan, selbst auf den langen Strecken zu Hause, hatten lange ohne Erfolg versucht, ihn für den Ausdauerlauf zu begeistern.

„Irgendwann war ich das Rumbrüllen auf dem Spielfeld leid, wenn es wieder mal nicht so lief“, erinnert sich Andreas an den Moment, in dem er sich entschied, an einem Lauf teilzunehmen. Mit ein paar Trainingskilometern und der Überzeugung, als Fußballer doch ganz gut mithalten zu können, ging er beim Nordhessencup-Lauf in Hessisch Lichtenau an den Start.

Der Lauf zeigte nachhaltig Wirkung bei ihm. Auf der fünf Kilometer langen Strecke hielt Jordan zunächst gut mit. Doch im letzten Abschnitt bergauf zum Stadion baute er mächtig ab und so manch älterer Läufer überholte ihn mühelos. „Das passiert dir nicht nochmal“, hatte er sich geschworen und seinen Trainingsumfang erhöht.

Das Bolzen auf der 7,5 Kilometer langen Geländestrecke zahlte sich aus: Sein erstes Ziel, fünf Kilometer unter 20 Minuten zu laufen, war bald erreicht. Nach und nach arbeitete er sich in die Spitze der Nordhessencupläufer seiner Altersklasse vor und fand Gefallen an längeren Distanzen.

Seit 2008 hält Jordan jeden einzelnen Wettkampf in seinem Streckenbuch fest und protokolliert die täglichen Trainingseinheiten, ob Tempo-, Intervall- oder Ausdauerlauf. Waren es im ersten Jahr noch 3216 Kilometer, lief er 2011 und 2012 mit durchschnittlich 4500 Kilometern bisher am meisten. In den letzten neun Jahren summierte sich seine Bilanz auf 36.000 Kilometer. Und jeden Trainingskilometer hat er allein absolviert, denn als VW-Angestellter muss er seine Trainingszeiten nach dem Dreischichtbetrieb richten.

Dieses Jahr will er wieder beim Bilsteinlauf in Großalmerode laufen. Und als größte Herausforderung hat er sich eine Teilnahme am Rennsteiglauf über 73 Kilometer zum Ziel gesetzt.

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