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Marlene Franckes Garten für jedermann in Grandenborn

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Unterirdisch: Marlene Franck an dem neuen Wurzelfenster, wo man einen Blick unter die Erde wagen kann.
Unterirdisch: Marlene Franck an dem neuen Wurzelfenster, wo man einen Blick unter die Erde wagen kann. © Stefanie Salzmann

Aus der Lust am Gärtnern und Teilen ist in Grandenborn ein Projekt gewachsen, bei dem es zwar auch ums Wachsen, aber auch um Gemeinsinn und Bildung geht. Ein Garten für alle Generationen.

Grandenborn – Was der Grandenbörnerin Marlene Franck und ihrer Familie gelungen ist – dafür geben andere viel Geld aus und es klappt trotzdem nicht. Die 60-Jährige mit ihrer Liebe und gelebten Begeisterung zum Gärtnern hat in dem Ringgauer Ortsteil einen magischen Ort geschaffen, an dem sich Kinder, Alte, Wanderer, die jungen Landfrauen und das halbe Dorf wohlfühlen. Vor zwei Jahren als Garten für jedermann begonnen, wo man sich gegen eine kleine Spende Blumen schneiden oder etwas Gemüse ernten konnte, ist ein kleines Paradies geworden.

In der Talsenke zwischen dem Ort und dem Wald erstrecken sich kleine Blumenfelder, ein schmaler Kartoffelacker, Gemüsebeete, Sonnenblumenstreifen, ein Kürbisfeld. Dazwischen wuseln Kindergartenkinder, denn die sind inzwischen fester Bestandteil des Gartens. Sie nennen sich „Acker-Racker“ – ein Programm zu nachhaltigen Bildung von Kitakindern.

„Das war immer mein Bestreben, dass hier auch Leben einzieht“, sagt Marlene Franck. Seit Ende Juni sind täglich bis zu zwölf Kinder zwischen drei und sechs Jahren aus der Röhrdaer Kita von 7 Uhr morgens bis 15 Uhr hier. Sie haben ihre eigenen Beete angelegt, die sie pflegen und den Pflanzen beim Wachsen und Gedeihen zuschauen.

Marlene Franckes Garten für jedermann in Grandenborn

Dazwischen toben sie durch das abenteuerliche Gelände mit Büschen, kleinen Barfußbrücken, spielen Schatzsuche und Verstecken und tummeln sich an den vielen kleine Plätzen, graben, bauen, arbeiten an einem kleinen Wichteldorf, malen.

„Die Kinder können sich hier ganz anderes entfalten“, sagt Schwiegertochter Verena Franck, selbst Mutter dreier Kinder. Stolz zeigt sie auch das neueste Bauwerk ihres Schwiegervaters: ein Wurzelfenster.

Oben aus dem flachen Kasten wachsen Salat und Frühlingszwiebeln, öffnet man die Türen, kann man durch Plexiglas deren Wurzelwerk sehen.

Staudenbeet aus Spenden: Die wuchsen ihren ursprünglichen Besitzern über den Kopf. Statt auf dem Kompost sind sie im Garten von Marlene Franck gelandet.
Staudenbeet aus Spenden: Die wuchsen ihren ursprünglichen Besitzern über den Kopf. Statt auf dem Kompost sind sie im Garten von Marlene Franck gelandet. © Stefanie Salzmann

Danke der umtriebigen Familie wächst der Garten immer weiter. Im Frühjahr hatte Marlene Frank per WhatsApp einen Aufruf gestartet. Wem Stauden im heimischen Garten über den Kopf wachsen, soll sie nicht wegwerfen, sondern spenden. Inzwischen ist daraus ein prachtvoll und in allen Farben blühendes Beet geworden. Aber auch 31 Kinder haben sich am Sonnenblumenwettbewerb beteiligt und je eine Blume gesät, an der der Name des Kindes steht. Der Sieger steht noch nicht fest. Doch nicht nur die Kinder bewirtschaften ihren „Acker-Racker“-Garten. Auch die jungen Landfrauen aus Grandenborn haben ihren Bereich, wo sie Kürbisse und Bohnen ziehen.

Ob ein eigenes Stück Beet zu pflegen oder um einfach die Pracht zu genießen – häufig kommen Leute aus dem Dorf, aber auch Urlauber, und trinken hier einfach Kaffee und plaudern. „Manchmal kommen abends auch Familien und machen hier ein Picknick mit ihren Kindern“, sagt Marlene Franck. So habe sie sich das vorgestellt.

Die Ideen gehen ihr nicht aus. Gern möchte sie jetzt eine Streuobstwiese oberhalb des Gartens anlegen. „Es soll unkompliziert bleiben.“ Es gebe Leute, die auch bereits sind, einen Obstbaum zu spenden. Mal sehen.

Von Stefanie Salzmann

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