Unruhe auf Wochenmarkt

Maskenverweigerer vergleichen Schutzmaske mit Folterinstrument - und sorgen für Ärger und Verletzte

Wochenmarkt in Eschwege
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Hier gilt an zwei Tagen Maskenpflicht. Nämlich immer dann, wenn Wochenmarkt ist.

Maskenverweigerer sorgen für Unruhe auf einem Wochenmarkt und vergleichen Schutzmasken mit Folterinstrumenten. Es gibt drei Verletzte - darunter ein Polizist.

Eschwege – Eine Gruppe von fünf Personen verteilte am Samstag, 21.11.2020, während des Wochenmarktes in Eschwege Flyer (liegt der Redaktion vor), auf denen sie die Maskenpflicht mit unter anderem Folterinstrumenten und Maulkörben für Sklaven verglichen.

Da die Personen keinen Mund-Nasen-Schutz trugen – trotz Maskenpflicht während des Wochenmarktes – kam es zwischen der Gruppe, den kontrollierenden Mitarbeitern des Ordnungsamtes und Polizeibeamten zur handgreiflichen Auseinandersetzung. Das bestätigte Jörg Künstler, Pressesprecher der Polizeidirektion Werra-Meißner, auf Nachfrage.

Corona in Eschwege: Unbekannte Gruppe verweigert Masken

Der Vorfall soll sich am Samstag, 21.11.2020, gegen 10.45 Uhr ereignet haben, so Künstler. „Wir wurden darüber informiert, dass sich auf dem Wochenmarkt in Eschwege mehrere Personen aufhalten würden, die keinen Mund-Nasen-Schutz tragen und zudem Flyer verteilen würden.“

Die fünf Personen hätten sich gegenüber dem Ordnungsamt nicht nur geweigert, Masken aufzuziehen, sondern auch Angaben zu ihren Personalien zu machen. Erst als Beamte der Polizeistation Eschwege eintrafen, gaben vier der Personen nach, so Künstler. Die fünfte Teilnehmerin verweigerte ihre Personalien weiterhin und wollte weglaufen.

Corona in Eschwege: Einsatz der Polizei gefilmt - drei Personen verletzt

Daraufhin wurde sie festgehalten und die anderen Teilnehmer eilten ihr zur Hilfe, wurden daran aber durch die Einsatzkräfte des Ordnungsamtes und der Polizei gehindert, so Künstler. Aus der Gruppe heraus hätten die Personen den Einsatz auch gefilmt, bei dem ein Polizeibeamter und zwei Teilnehmerinnen, eine 42-Jährige aus Eschwege und eine 44-Jährige aus der Gemeinde Ringgau, verletzt wurden.

Nun sei Anzeige erstattet worden: wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen, wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz durch das zuständige Ordnungsamt. Auch die Personengruppe habe Anzeige erstattet – wegen Körperverletzung im Amt und Sachbeschädigung. Die Polizei stellte ein Handy sicher.

Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe kritisierte indes die Aktion der Gruppe und sagte unserer Zeitung gegenüber: „Für Verschwörungsmythen haben wir keinen Platz in unserer Stadt.“ Meinungsfreiheit sei zwar ein wichtiges Gut, doch es ende dort, wo die Gesundheit anderer gefährdet werde. (mai)

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