Jugend bleibt auf der Strecke

Massive Entwicklungsdefizite bei Schülern im Werra-Meißner-Kreis

Challenge in a Box war eines der erfolgreichen Projekte der Jugendarbeit im Werra-Meißner-Kreis
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Challenge in a Box war eines der erfolgreichen Projekte der Jugendarbeit im Werra-Meißner-Kreis

Massive Auffälligkeiten, Entwicklungsdefizite und Ungewissheit: Die Corona-Pandemie ist für Kinder- und Jugendliche und die gesamte Jugendarbeit eine große Herausforderung. Das teilen die Kreisverwaltung und der Kreisjugendring Werra-Meißner auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Werra-Meißner – „Kommunale wie verbandliche Jugendarbeit ist genau wie die Schule ein Treffpunkt für die Interaktion mit Kindern und Jugendlichen und damit Voraussetzung für viele körperliche, psychische und soziale Entwicklungsschritte“, betont Jörg Klinge, Sprecher der Kreisverwaltung. „Das lang andauernde Fehlen dieser Treffpunkte hat aktuell und perspektivisch zu massiven Auffälligkeiten und Entwicklungsdefiziten geführt.“

Neben diesen Defiziten ist die Corona-Pandemie auch für die Macher in der Jugendarbeit ein Problem. Zwar haben bereits vor den Sommerferien 2021 die meisten Vereine Präsenzangebote wieder aufgenommen. „Leider gehört aber auch zur Wahrheit, dass es nicht alle Vereine geschafft haben, nach der dritten Welle wieder aufzustehen“, betont Henner Gädtke, Vorsitzender des Kreisjugendrings Werra-Meißner. „Schon vor Corona hatten viele Vereine mit dem Mangel an ehrenamtlichen Kräften zu kämpfen und heute ist dieses Problem, nach mehr als 20 Monaten Pandemie, noch deutlich größer“, so der Kreisjugendring.

Henner Gädtke

In den Vereinen und Organisationen habe man während der Hochphase der Pandemie versucht, Online-Angebote aus dem Boden zu stampfen. So gab es unter anderem Sport per Videokonferenz oder einen Spieleabend über das Internet vom Jugendzentrum. Laut Kreisverwaltung war das Feedback aber durchwachsen. „Online geht Kontakt halten und Informationen weitergeben, aber nicht viel mehr“ so die Rückmeldungen an die Kreisjugendpflege.

Bis zur jetzigen Corona-Situation konnten viele Vereine und Organisationen mit 2G- und 3G-Regelungen ein halbwegs normales Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Mit Blick auf die aktuelle Lage sei dies für den Winter aber noch ungewiss. » (Konstantin Mennecke)

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Aufruf an Freiwillige, sich zu engagieren

Der Kreisjugendring Werra-Meißner ruft alle Freiwilligen, die Zeit und Lust haben, sich in der Jugendarbeit zu engagieren, zur Teilhabe auf. „Geht auf die Vereine zu, sagt, was ihr könnt und worauf ihr Lust habt. Ihr werdet ganz bestimmt mit offenen Armen empfangen“, betont Kreisjugendring-Vorsitzender Henner Gädtke. Auch bei der Kontaktaufnahme mit Kindern und Jugendlichen können die Vereine Unterstützung gebrauchen. (kmn)

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