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Mediziner spendet an Südringgauschule bewegliche Sitze

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Von: Emily Spanel

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Der Spender saß gern einmal Probe – und befand den Hokki für ausgesprochen gut: Dr. Hans-Peter Marsch bei der Übergabe der Bewegungssitze vor dem Schulchor der Südringgauschule Herleshausen.
Der Spender saß gern einmal Probe – und befand den Hokki für ausgesprochen gut: Dr. Hans-Peter Marsch bei der Übergabe der Bewegungssitze vor dem Schulchor der Südringgauschule Herleshausen. © Emily Hartmann

Dr. Hans-Peter Marsch spendet 16 neue Sitze für die Südringgauschule. Die sogenannte Hokkis unterstützen die Bewegung und Haltung der Kinder auch im Unterricht.

Herleshausen – Lange galt in Klassenzimmern die Regel: Wer still sitzen kann, der ist ein braver Schüler. Seit aber gezielte Bewegung im Unterricht ausdrücklich erlaubt ist, steigt bei den Kindern nicht nur die Laune, sondern auch Leistung und Lernmotivation. Wenn in den Klassenzimmern der Südringgauschule Herleshausen also endlich mal alle still sitzen würden – dann wäre das Konzept verfehlt.

Seit Jahren ist die Grund-, Haupt- und Realschule als „Gesundheitsfördernde Schule“ des Hessischen Kultusministeriums zertifiziert. Ein Schwerpunktthema ist dabei die Bewegung: Der Lernstoff wird oft durch passende Bewegungen unterstrichen und im Unterricht dürfen Schüler, sofern es möglich ist, die für sie optimale Sitzposition wählen.

„Perfekt in unser Konzept“, sagt Schulleiterin Regina Nizold, „passen die 16 neu angeschafften sogenannten Hokkis“. Hokkis sind federleichte Bewegungssitze; teils höhenverstellbar und mit ergonomisch geformter Sitzfläche. Der „Wackelfaktor“ der Hokkis rührt im Wesentlichen von dem konvexen Standfuß, der automatisch zum Bewegen einlädt. Während des Sitzens wird der Bewegungsapparat der Schüler entlastet; der Rücken erfährt Entspannung.

Möglich gemacht hat die sinnvolle und wichtige Neuanschaffung eine Spende des Herleshäuser Mediziners Dr. Hans-Peter Marsch: 2000 Euro, die er im Zuge seines 50-jährigen Doktorjubiläums gesammelt hatte, gingen im März ohne Abzüge an die Südringgauschule (wir berichteten).

In die Neuzertifizierung als „Gesundheitsfördernde Schule“ solle das Geld fließen, hatten Schulleitung und Kollegium damals erklärt – und haben ihr Versprechen unter anderem mit dem Kauf der Hokkis prompt in die Tat umgesetzt. „Die Rezertifizierung steht noch in diesem Jahr an“, berichtet Lehrerin Claudia Berthold-Behnisch, die Vorsitzende des Gesundheitsteams der Südringgauschule ist. Dann zeigt die Herleshäuser Schule, dass sie in den Bereichen Bewegung und Wahrnehmung, Ernährung und Konsum, Sucht- und Gewaltprävention sowie Verkehr und Mobilität nach wie vor einfach spitze ist. „Neu hinzugekommen“, sagt Claudia Berthold-Behnisch, „ist der Bereich Lehrkräftegesundheit“.

Um all diesen Themen auf das Beste nachzukommen und immer wieder neue Ideen umzusetzen, sind Spenden wie die von Dr. Hans-Peter Marsch Gold wert. „Herleshausen braucht die Jugend“, weiß der Mediziner, „ihr Engagement, ihre Kreativität, ihre Visionen“. Seit rund vier Jahrzehnten unterstützt Dr. Hans-Peter Marsch deshalb die Südringgauschule mit großzügigen Spenden. Seine Wohltaten haben Generationen von Schülern den Unterrichtsalltag ein klein wenig schöner, ein klein wenig besonderer gemacht. Und: „Wenn ich darf, werde ich gern wiederkommen“, sagt Wohltäter Dr. Hans-Peter Marsch mit einem Augenzwinkern.

Nicht nur er weiß: Kinder und Jugendliche wollen die Welt erobern – und sie müssen sich bewegen, um diese Welt zu verstehen. Und wenn man diesen Drang fördert und nutzt, dann kann das eigentlich nur Gutes bewirken. (Emily Hartmann)

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