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Medizinstudentin absolviert Praktikum in rollender Arztpraxis

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Praktikum im Medibus: Medizinstudentin Pia Morgenthal zusammen mit Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer.
Praktikum im Medibus: Medizinstudentin Pia Morgenthal zusammen mit Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. © Marius Gogolla

Pia Morgenthal studiert Medizin in Mainz. Momentan absolviert sie ihre Famulatur, ein im Medizinstudium obligatorisches 30-tägiges Praktikum, im sogenannten Medibus, der unter anderem in Weißenborn regelmäßig Station macht.

Weißenborn – Die angehende Ärztin kommt aus Weißenborn und plant auch, nach ihrem Studium wieder in die Heimat zurückzukehren. Sie hat eine Ausbildung als Krankenschwester im Klinikum Werra-Meißner abgeschlossen und arbeitet dort nebenbei auf der Zwischenintensivstation. „Es gefällt mir hier“, sagt Pia Morgenthal.

„Diese Nähe zu den Menschen ist mir wichtig und die Arbeit macht mir Spaß.“ Dass sie ihre Famulatur im Medibus macht, liegt auch an Thomas Mäurer, dem Bürgermeister der Gemeinde Weißenborn. Durch ihn kam der Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung Hessen zustande, die den Medibus in Kooperation mit der Deutschen Bahn Regio betreibt. „Das Angebot des Medibus ist wichtig“, so Mäurer. „Viele Menschen nutzen diesen Service, was auch daran liegt, dass Arztpraxen auf dem Land zur Mangelware werden.“

Der Medibus ist nach dem Prinzip einer mobilen Hausarztpraxis aufgebaut. Im Inneren ist er modern ausgestattet und bietet alles, was in einer Arztpraxis wichtig ist. Es gibt einen Wartebereich, ein Labor und einen kleinen Behandlungsraum. Wer seine Gesundheitskarte dabei hat, kann sich ohne Termin behandeln lassen. Neben der hausärztlichen Versorgung gibt es im Medibus auch pflegerische und soziale Beratungsangebote der Diakonie Eschwege.

Pia Morgenthal war überrascht, wie modern der Medibus ausgestattet ist. Außerdem erwartete sie, dass eher ältere Menschen das Angebot nutzen würden. „Es kommen alle Altersklassen her“, sagt sie. „Von Familien mit Kleinkindern über Jugendliche bis hin zu Senioren.“ Einerseits zeige dies die Wichtigkeit der mobilen Hausarztpraxis, andererseits würde ersichtlich, dass Arztpraxen auf dem Land benötigt würden.

Neben der Patientenversorgung lernt Pia Morgenthal im Medibus, was alles dazu gehört, wenn man eine eigene Arztpraxis führt. „Die administrativen Aufgaben sind anstrengend“, sagt die Medizinstudentin. „Es gibt sehr viel zu beachten, gerade beim Datenschutz und dem Ausfüllen von Formularen.“ Aufgrund dieser Fülle an bürokratischen Tätigkeiten sei die Eröffnung einer eigenen Praxis keine Option für sie. Die Arbeitsintensität in der rollenden Praxis variiert laut Pia Morgenthal.

So gebe es Tage, an denen sehr viele Patienten zum Medibus kommen und die Auslastung hoch ist. An den ruhigeren Tagen sei es möglich, mit den Patienten ins Gespräch zu kommen. Gerade das bereite ihr Freude, da sie so einen Kontakt zu ihren Patienten aufbauen und sich für die Behandlung die nötige Zeit nehmen kann.

Der Medibus bietet in vielen Orten im Werra-Meißner-Kreis und im Kreis Hersfeld-Rotenburg die ärztlichen Versorgungsdienste ambulant an. (Von Marius Gogolla)

Informationen rund um den Service des Medibus sowie dessen Anfahrtsorte und -zeiten gibt es unter kvhessen.de/medibus.

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