Schwebda leistet Widerstand

Mehr als 300 Unterschriften gegen Heimatalm am Ostufer bei Schwebda

Heimatalm im Lockdown: Das Blockhaus am Nordufer des Werratalsees steht derzeit genauso verlassen wie alle anderen Gastronomiebetriebe. Ob es dauerhaft am See bleiben kann, wird immer wieder vertagt.
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Heimatalm im Lockdown: Das Blockhaus am Nordufer des Werratalsees steht derzeit genauso verlassen wie alle anderen Gastronomiebetriebe. Ob es dauerhaft am See bleiben kann, wird immer wieder vertagt.

Mit einer Unterschriftensammlung gegen das Projekt „Heimatalm“ will eine kleine Gruppe Schwebdaer Bürger einer Entscheidung des Schwebdaer Ortsbeirates Nachdruck verleihen.

Schwebda - Der hatte im November vorigen Jahres gegen die geplante dauerhafte Ansiedlung der Heimatalm am Ostufer des Werratalsees bei Schwebda votiert.

Schwebda - 324 Unterschriften sind bei der kurz vor Weihnachten gestarteten Sammelaktion im Dorf zusammengekommen, berichtet Birgit Klinkert, Kopf und Initiatorin der Gruppe. In dem um die 800 Einwohner zählenden Dorf habe in aller Regel nur eine Person pro Haushalt unterzeichnet, hochgerechnet ergebe das durchaus eine gute Mehrheit im Ort. „Uns war die Aktion dringlich, weil das Projekt Heimatalm im Dezember auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung stand“, sagt Birgit Klinkert. Allerdings war wegen des Lockdowns nicht nur die Sitzung ausgefallen, sondern der Tagesordnungspunkt war vorher abgesetzt worden.

„Es ist nicht gut, über den Kopf der Bürger hinweg zu entscheiden“, sagt die Schwebdaerin. „Wir wollen hier nicht jedes Wochenende Kirmeslärm haben.“ In der Werragasse, die nahe dem Ostufer in Schwebda liegt, brodele es regelrecht unter den Anwohnern. Am kommenden Samstag wollen die Aktivisten gegen die Alm ihre Sammlung am Ostufer offiziell an den Ortsbeirat übergeben.

Investor fühlt sich hingehalten

Christian Mehler, Betreiber der Heimatalm, die derzeit am Nordufer auf Eschweger Gemarkung steht, sagt: „Wir können das nicht mehr ewig hinziehen, sondern müssen irgendwann mal eine Entscheidung treffen.“ Mehler möchte die Heimatalm mit einem überarbeiteten Konzept gern am Werratalsee dauerhaft als festen Bau stationieren. Dabei hatte er sowohl die Gemeinde Meinhard wegen des Ostufers als auch die Stadt Eschwege wegen des Nordufers angefragt.

Eschwege und Meinhard treffen keine Entscheidung

Doch nicht nur Meinhard habe das Thema erst mal verschoben, auch die Stadt Eschwege hatte Mehler sein Projekt zwar nach zahlreichen Anfragen im Magistrat im Oktober vorigen Jahres vorstellen lassen, seither aber nichts mehr von sich hören lassen. „Ich hab den Eindruck, man versucht das auszusitzen“, sagt Mehler frustriert. Seit zwei Jahren war die Heimatalm erfolgreich während der Sommersaison am Nordufer, auch in diesem Jahr soll sie dort noch mal bleiben können, allerdings nur noch mit Baugenehmigung und dann nur für drei statt bisher sechs Monate. „Das lässt sich wirtschaftlich für uns schlecht darstellen“, sagt Mehler, der hier auch zahlreiche Arbeitsplätze schaffen wollte.

Eschwege hat sich in den vergangenen Jahren bei den Plänen für das Nordufer immer sehr bedeckt gehalten. Die Rede war stets von etwas „Hochwertigem“. Unbestätigten Informationen zufolge verhandelt Eschwege mit der Timberjacks Holding GmbH – eine Kette, die rustikale Grillrestaurants im oberen Preissegment sowie Motels betreibt. Timberjacks gibt es bereits in Göttingen, Kassel und Siegen. » 

Von Stefanie Salzmann

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