1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Zurück in der Heimat: Paar zog von Kassel wieder nach Breitau

Erstellt:

Von: Julia Henniges

Kommentare

Leben wieder in Breitau: Svenja Pippardt und Marvin Hilgenberg.
Leben wieder in Breitau: Svenja Pippardt und Marvin Hilgenberg zogen für Ausbildung und Studium zunächst nach Kassel. Die Sehnsucht nach dem Werra-Meißner-Kreis blieb aber. © Julia Stüber

Viele junge Menschen zieht es in die größeren Städte. Einige bleiben dort ein Leben lang. Andere kehren nach vielen Jahren wieder zurück in ihre Heimat – den Werra-Meißner-Kreis. Was sind ihre Gründe?

Breitau – Svenja Pippardt und Marvin Hilgenberg sind das Leben auf dem Land gewohnt. Sie stammt aus Breitau, er aus Grandenborn. Doch im Jahr 2017 zog es das Paar dann doch nach Kassel. Sie begann eine Ausbildung zur Erzieherin, er startete das Studium. Die beiden 25-Jährigen zogen aus den Elternhäusern aus und lebten zusammen in der ersten gemeinsamen Wohnung in Kassel. „Für uns war das ein Schritt in Richtung Selbstständigkeit“, sagen Svenja und Marvin.

Gleichzeitig war der Umzug in die Stadt für das Paar auch eine Umstellung. Die neue Umgebung, andere Eindrücke, neue Menschen kennenlernen – daran mussten sie sich erst mal gewöhnen. Mit der Zeit lebten sie sich ein, die Sehnsucht nach dem Werra-Meißner-Kreis blieb aber. Denn hier leben Familie und Freunde, die Freizeitaktivitäten finden vor allem in der Heimat statt. Irgendwie war also immer klar: Das Paar wird in den Landkreis zurückkehren. Der Zeitpunkt: ungewiss.

Pendeln am Wochenende

Also fuhren Svenja und Marvin anfangs fast jedes Wochenende nach Breitau oder Grandenborn. „Die Coronapandemie hat uns in den vergangenen Jahren viele Nerven gekostet“, sagt Svenja. Durch die Einschränkungen waren die Besuche im Landkreis kaum möglich. „Wir blieben also am Anfang der Pandemie mehrere Wochen am Stück in Kassel. Kontakt nach Hause hielten wir über das Internet. Das war frustrierend. Vor allem in dieser Zeit ist uns noch mal bewusst geworden, dass wir wieder zurück möchten.“ Denn für das Paar bedeutet das Wohnen in der ländlichen Region mehr Lebensqualität. Hier kennt jeder jeden, die Natur ist nah, hier ist das Paar aufgewachsen. Im Frühjahr 2021 war es dann schließlich soweit – Svenja und Marvin zogen wieder in den Landkreis. Mit Jobs in der Nähe und einer gemeinsamen Wohnung in Breitau war die Rückkehr kein Problem. „Nun sind wir mehr als glücklich wieder mehr Zeit für Familie, Freunde und Vereine zu haben.“

Angewiesen auf ein Auto

Für das Paar gibt es allerdings auch einige Nachteile, die sich durch Leben in der ländlichen Region ergeben. „Wir haben beide ein Auto. Darauf sind wir einfach angewiesen. In der Stadt war das nicht nötig“, sagt Marvin Hilgenberg.

Auch die Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten seien hier recht eingeschränkt. Letztlich überwiegen für die beiden aber die Vorteile des Dorflebens. Ihre Entscheidung, wieder nach Breitau gezogen zu sein, bereuen sie nicht.

Von Julia Stüber

Auch interessant

Kommentare