Bereits 2019 rund 24 Kilo mehr Abfall pro Einwohner

Kreis produziert 2020 mehr Müll

Zwei Männer stehen an einem Lkw der Müllabfuhr und entleeren zwei schwarze Tonnen.
+
Symbolbild: Paul und Alexander Seifried arbeiten gemeinsam bei der Müllabfuhr für den Landkreis Göttingen.

Durch die Corona-Pandemie ist ein Anstieg des Haushaltsabfalls auch im Werra-Meißner-Kreis sehr wahrscheinlich. Bereits 2019 gab es einen deutlichen Anstieg im Haushaltsabfall pro Kopf.

Werra-Meißner – Andreas Blase, zuständig für die Abfallwirtschaft im Werra-Meißner-Kreis, geht davon aus, dass sich die Abfallwerte 2020 weiter erhöhen. „Wegen Ausweichens vom Einzelhandel auf Onlineanbieter kann ein erhöhtes Aufkommen von Papier, Pappe und Kartonage auftreten“. Es sei außerdem absehbar, dass aufgrund der Pandemie die Sperrmüllmenge sowie die Anzahl der aussortierten Elektronikgeräte in 2020 ansteigen wird. Man habe mehr Zeit zum Aufräumen von Kellerräumen und Dachböden gehabt.

Der positive Trend der Abfallentwicklung der vergangenen Jahre konnte schon 2019 nicht bestätigt werden: Im Werra-Meißner-Kreis produzierte jeder Einwohner rund 24 Kilogramm mehr Abfall als noch 2018. Damit liegt der Kreis weit über dem hessischen Durchschnitt. Laut dem Hessischen Statistischen Landesamt verursachte ein Hesse nur rund 4 Kilo mehr Müll in 2019 als noch im Vorjahr. Jeder Einwohner im Werra-Meißner-Kreis sorgte laut der Statistik 2019 im Durchschnitt für 384 Kilogramm (2018: 360 Kilo) Abfall. Davon entfielen 92 Kilogramm (87) auf Hausmüll, 43 Kilogramm (41) auf Sperrmüll, 110 Kilogramm (96) auf Bioabfälle und 138 Kilogramm (135) auf Wertstoffe. Dazu zählen wiederverwertbare Abfälle, wie Altpapier, Holz, Metall und Elektrogeräte.

Besonders auffällig sind dabei die 14 Kilogramm Anstieg beim Biomüll. Laut Blase liegt das aber nicht an entsorgten Lebensmitteln, sondern an mehr Gartenabfällen wie Rasenschnitt, da 2019 ein wesentlich weniger trockenes Jahr was als noch 2018.

Die ebenfalls steigenden Mengen an Wertstoffen zeigen jedoch auch, dass die Trennbereitschaft im Kreis steigt, so Blase weiter. „Trotzdem ist beim Biomüll nach wie vor eine zu hohe – teilweise versehentliche, teilweise aber auch vorsätzliche –Fehlentsorgung zu beobachten.“

Der Kreis unternehme viel, um die Abfallvermeidung voranzutreiben. Blase nennt dazu Aktionen wie die telefonische Abfallberatung, die Online-Tausch- und Schenkbörse „Schenk hier“ und die aktive Bewerbung von Initiativen wie dem Repair-Café und der Gebrauchtwarenzentren in Eschwege und Witzenhausen. (waq)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.