Corona-Tote werden mit besonderer Vorsicht behandelt

Mehr Sterbefälle im Werra-Meißner-Kreis während Corona-Pandemie

Im Werra-Meißner-Kreis sind während der Corona-Pandemie mehr Menschen verstorben als sonst.
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Im Werra-Meißner-Kreis sind während der Corona-Pandemie mehr Menschen verstorben als sonst.

Werra-Meißner – Zwar liegen noch keine Todesursachen-Statistiken für 2020 und 2021 vor – die Zahlen in den vom Hessischen Statistischen Landesamt genannten Statistiken zeigen aber einen Anstieg der Sterbefälle im Werra-Meißner-Kreis seit Beginn der Pandemie.

In den Monaten Januar bis Juli – aktuellere Zahlen gibt es für 2021 noch nicht – sind von 2016 bis 2019 zwischen 882 und 894 Menschen pro Jahr gestorben. Im ersten Corona-Jahr 2020 waren es 974 Tote, 2021 sogar 998.

Sichtbar wird der Anstieg der Sterbefälle auch im Klinikum Werra-Meißner, wie Klinik-Sprecher Florian Künemund mitteilt. Daraus geht hervor, dass von 520 Toten, von denen für 2021 hochgerechnet ausgegangen wird, 70 an oder mit Corona gestorben sein werden (13,46 Prozent). 2020 hatten von 523 Todesfällen 44 das Virus (8,41 Prozent). In den Jahren vor der Pandemie sind 507 beziehungsweise 470 Menschen (2019/2018) gestorben.

„Mit Corona infizierte Tote werden gereinigt und in einer Leichenhülle und einer Kühlwanne in die Prosektur gebracht“, sagt Künemund. Dort würden sie aufbewahrt und gekühlt. „Die Pfleger tragen dabei Schutzausrüstung wie Kittel, Maske und Handschuhe.“ Der Leichensack und das Kühlfach würden mit Beschriftungen versehen, die auf die Infektion hinweisen.

„Im Gegensatz zu anderen Sterbefällen ist eine Abschiednahme durch Angehörige im Klinikum auf der Station oder in einem entsprechenden Raum im Kellergeschoss nicht möglich“, so der Klinik-Sprecher. Angehörige informierten den Bestatter, der die Toten binnen eines Tages abhole. „Mit dem Bestatter können Angehörige die Abschiednahme und Bestattung klären.“

Eine, die sich um Bestattungen kümmert, ist Schreinermeisterin Carmen Kraft aus Hessisch Lichtenau. „Auch wir arbeiten bei Corona-Toten mit Schutzausrüstung“, sagt sie. „Sie werden nicht aus der Leichenhülle geholt.“ Trotzdem seien sie und ihre Mitarbeiter sehr vorsichtig, um Infektionen zu vermeiden. Aufgebahrt werde ein infizierter Verstorbener nicht mehr.

Von Fabian Becker

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