Work-Life-Balance

Mehr Zeit für die Familie: Geld steht im Job nicht mehr ganz oben

Eine Frau sitzt an ihrem Schreibtisch
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Arbeit oder Freizeit: Arbeitnehmer wollen eine gute Work-Life-Balance. Symbolbild

Arbeit und Freizeit sollen in einem zufriedenstellenden Einklang stehen: Die sogenannte Work-Life-Balance hat auch in den Betrieben im Werra-Meißner-Kreis eine große Bedeutung.

Werra-Meißner – Viele Arbeitnehmer wollen ihre Arbeitszeiten anpassen oder reduzieren, um mehr Zeit für ihr Privatleben und die Familie zu haben. Das Gehalt ist zwar wichtig, nicht aber das wesentlichste Anliegen.

Diesen Trend beobachten unter anderem die Agentur für Arbeit, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und heimische Betriebe seit mehreren Jahren.

„Interessant ist dabei, dass vermehrt Männer ihre Arbeitszeiten reduzieren und somit auch auf Einkommen verzichten wollen“, berichtet Lars Kleeberg von der Wirtschaftsförderung aus mehreren Betrieben. Das müsse man sich aber auch leisten können.

Florian Kühnemund, Sprecher des Klinikums Werra-Meißner, berichtet davon, dass einige Mitarbeiter die Nachtdienste bevorzugen, um tagsüber Zeit für die Familie und Freizeit zu haben. Christian Pelikan vom Hotel- und Gastronomieverband Dehoga Werra-Meißner sagt, dass in der Gastronomie Dienste häufig geteilt würden, um flexiblere Arbeitszeiten zu ermöglichen. Häufig sei auch eine Vier-Tage-Arbeitswoche möglich, manche Modelle entlasten den Service ganz.

Durch flexible Arbeitszeiten und mehr privaten Freiraum ließen sich gute Arbeitnehmer generieren und auch halten, weiß Anke Herrmann von der Personalabteilung beim Werk Stiebel Eltron in Eschwege. Sie sagt, dass sich ein gutes Wohlbefinden der Arbeitnehmer auch positiv auf die Motivation auswirkt.

„Die Bedeutung der Work-Life-Balance muss man in den Betrieben ernst nehmen“, sagt sie. Dass Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, ihre Freiheiten mitzugestalten, sei die neue Führungskultur, die sich etabliert habe. „Sie wünschen sich privat mehr Freiraum, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben“, sagt sie. Heute sei eine beidseitige Bewerbung erforderlich: Auch der Arbeitgeber muss die freie Stelle schmackhaft machen.

Von Jessica Sippel

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