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Heimatverein Vierbach: „Wir sind eine coole, lustige Truppe“

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Von: Stefanie Salzmann

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In sechs Meter Höhe thront das Schwalbenhotel auf dem Hof der Familie Dilling in Vierbach. Gebaut hat das Häuschen Heinz Nickel vom Heimatverein.
In sechs Meter Höhe thront das Schwalbenhotel auf dem Hof der Familie Dilling in Vierbach. Gebaut hat das Häuschen Heinz Nickel vom Heimatverein. © Stefanie Salzmann

MEIN VEREIN IST BESONDERS (13) Der Heimat- und Verkehrsverein Vierbach. Vereine halten unsere Gesellschaft zusammen. Seit Jahren haben sie mit Problemen zu kämpfen. Und dann kam auch noch Corona. Wir porträtieren besondere Vereine aus unserer Region.

Vierbach – Sie sind laut, sie sind fröhlich und sie schaffen was. Auch wenn der Begriff Heimat- und Verkehrsverein etwas angestaubt klingen mag, sorgt die Truppe in Wehretals kleinstem Ortsteil Vierbach für Bewegung und dafür, dass die kleine Dorfgemeinschaft mit knapp 300 Einwohnern immer lebendiger wird. Nicht nur, dass inzwischen fast jeder zweite Vierbacher Mitglied ist, es sind auch viele junge Leute und Familien aus dem Ort aktiv.

Nachdem sich im vorigen Jahr ein neuer Vorstand formiert hat, sind auch 37 neue Mitglieder hinzugekommen. „Wir sind halt eine coole, lustige Truppe“, sagt Vorstandssprecher Christoph Arend. Deshalb mangele es dem Heimatverein auch nicht an Freiwilligen, sei es zu Arbeitseinsätzen im Ort, zu gemeinsamen Wanderungen und Unternehmungen und nicht zu vergessen – auch zum gemeinsamen Feiern. „Wir haben ein bisschen Werbung für uns gemacht und die Leute einfach direkt angesprochen“, sagt Arend. Das habe funktioniert.

Im vergangenen Jahr sollte der Verein eigentlich sein 50-jähriges Bestehen feiern. Obwohl das wegen der Pandemie ausfallen musste, blieb der Verein nicht faul und es entstand unter anderem „Radlers Ruh“ – ein Platz zirka 500 Meter vom Ortsrand entfernt.

Verbuschtes Grundstück wurde zu Gemeinschaftsplatz

Das einst völlig verbuschte und verwahrloste 400 Quadratmeter große Grundstück, das direkt am Radweg und der Vierbach liegt, wurde zu einem Gemeinschaftsplatz für das ganze Dorf hergerichtet. Heinz Nickel baute Sitzgelegenheiten und ein Insektenhotel; eine Benjeshecke wurde angelegt ebenso wie ein breiter Blühstreifen. Horst Heckmann schmiedete eine kleine Stehtisch-Bar. In der Mitte bildet ein großer Natursteinberg nicht nur eine optische Abwechslung, sondern Lebensraum für allerlei Getier. Zu allem rauscht im Hintergrund fröhlich die Vierbach. Eingeweiht werden soll der Platz nun am 24. Juni für alle Vierbacher und Gäste und Freunde ab 17.30 Uhr und damit auch im 51. Jahr das Jubiläum nachgeholt werden. Weil im Logo des Vereins Birnen zu sehen sind – Vierbach liegt im Hutzelgrund -– sollen auf dem Gelände demnächst noch Birnenbäume gepflanzt werden, mit denen der Verein zur Eröffnung noch eine Überraschung plant.

Doch auch direkt im Dorf hat Vierbach jetzt was Besonderes. Nickel, der Mann, der für den Verein alles in Holz macht, hat auf dem Hof der Familie Dilling ein Schwalbenhotel gebaut. In sechs Metern Höhe auf einem Mast thront das weiße Häuschen mit den Kunstnestern und einem Einflugloch für Fledermäuse. Nun heißt es warten, dass die Schwalben einziehen. „Das kann bis zu drei Jahren dauern“, sagt Nickel.

Darüber hinaus ist der Vierbacher Heimatverein in vielen Dingen engagiert. Die Sitzbänke rund ums Dorf werden freigemäht und gepflegt, Wandertouren zu Fuß oder mit der Mohnschnecke während der Mohnblüte unternommen, Dorffeste, Osterfeuer und die Ehrung der Gefallenen am Volkstrauertag im Wechsel oder gemeinsam mit den anderen Vereinen des Ortes ausgerichtet.

Und zwischendurch, vorher, hinterher oder durchgehend, gibt es zu essen und zu trinken für alle, die dabei sind und die sich von guter Laune gern anstecken lassen. (Stefanie Salzmann)

Der Vorstand: (von links) Kevin Turinsky, Christoph Arend, Heinz Nickel und Markus Albrecht.
Der Vorstand: (von links) Kevin Turinsky, Christoph Arend, Heinz Nickel und Markus Albrecht. © Stefanie Salzmann

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