Meinhard: Protest gegen Biotop-Zerstörung

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Ist vehement gegen die Verfüllung des Feuchtbiotops Braunrod: Bernd Hiddemann aus Grebendorf ist im Naturschutzbeirat des Kreises aktiv und hofft, dass die Pläne der Firma Oppermann noch aufgehalten werden können. 

Grebendorf. In der Gemeinde Meinhard formiert sich Protest: In der Gemarkung Braunrod oberhalb von Grebendorf in Richtung thüringisches Kella soll ein natürlich entwickeltes Feuchtbiotop zugeschüttet werden.

„Das ist ein großer Verlust für die Natur“, sagen Naturschützer.

„Wenn die Lastwagen durch den Ort fahren, gehen die Straßen kaputt, ganz abgesehen von der Lärm- und Luftbelastung“, beklagen Anwohner wie Michael vor dem Berge.

Hintergrund der Verfüllungsaktion ist, dass die Firma August Oppermann, die dort bis Mitte der 1990er-Jahre Sand abgebaut hat, mit dem Grundstück aus dem Bergrecht entlassen werden möchte. „Wir sind auch aus Sicherheitsgründen dazu verpflichtet, die Steilhänge und Böschungen abzuflachen“, sagt Kurt Koppetsch von der Firma Oppermann. Insgesamt bedürfe es dafür rund 60 000 Tonnen sauberen Erdaushubes. Laut Koppetsch soll in einem ersten Schritt mit 26 000 Tonnen Erdaushub vom A-44-Bau dort ein Teil verfüllt werden. Sobald die Baustelle bei Wehretal soweit ist, dass der Aushub abgefahren werden muss, sollen die 26 000 Tonnen innerhalb von 30 Tagen nach Braunrod transportiert werden, sagt Kurt Koppetsch von Oppermann: „Das sind 1369 Lkw, bei einem Acht-Stunden-Tag würde also alle zehn Minuten ein Lastwagen durch Grebendorf fahren.“ Entgegen bisheriger Gerüchte werden die Laster laut Koppetsch nicht durch Jestädt, sondern durch Eschwege nach Grebendorf fahren.

„Es darf doch nicht sein, dass Jahrzehnte altes Bergrecht über dem Schutz der Artenvielfalt steht“, sagt Bernd Hiddemann vom Naturschutzbeirat des Kreises. Nach dem Ende des Sandabbaus lag das Grundstück 20 Jahre brach, und die Grube hat sich von selbst renaturiert. Zahlreiche Amphibienarten, Fische und Vögel haben sich dort angesiedelt – laut einigen privaten Sichtungen auch geschützte Arten wie der Kammmolch, der Uhu, die Uferschwalbe und die Gelbbauchunke. „Wir fordern, dass dies erst begutachtet wird“, sagt Hiddemann.

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