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Vogelschützer des Kreises auf Frühjahrsexkursion in Meinhard

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Frühjahrsexkursion in der Gemeinde Meinhard: Die Engagierten im Naturschutz unterwegs mit Bernd Hiddemann (Bildmitte mit Zeigestock und gelber Weste.
Frühjahrsexkursion in der Gemeinde Meinhard: Die Engagierten im Naturschutz unterwegs mit Bernd Hiddemann (Bildmitte mit Zeigestock und gelber Weste. © Eden Sophie Rimbach

Was sind optimale Lebensbedingungen für Kröten, wie leben Haselmäuse? Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es bei der Frühjahrsexkursion der Vogelschützer des Werra-Meißner-Kreises.

Meinhard – Die diesjährige Frühjahrsexkursion der Vogelschützer des Werra-Meißner-Kreises hatte gleich zwei Naturschutzprojekte im Fokus: den Schutz von Kröten und Molchen sowie den Schutz des Haselmausbestandes. 32 Teilnehmer wurden im Motzbachtal nahe Motzenrode von Naturschützer Bernd Hiddemann und Bürgermeister Brill begrüßt und von See zu See geführt.

Seit über 45 Jahren spielt der Amphibienschutz im Motzbachtal eine Rolle: Nachdem zunächst die Tiere per Hand und bei Regen aufgesammelt wurden, wurde ein Zaun errichtet. Auf die jahrzehntelange Betreuung des Projekts durch die Familie Stifel folgte der Einsatz der Amphibienschutzinitiative. Etwa sechs der insgesamt 50 Amphibienschützer im Kreis engagieren sich hier.

Meinhard: Autos für Amphibien gefährlich

Die Ortsbeauftragten für Vogelschutz Heike Matthies berichtete von den Einsätzen, die fünf bis sechs Wochen lang jeden Morgen und Abend stattfinden und bei denen binnen zwei Wochen 2000 Molche und 600 Kröten über die Straße gebracht und zudem bestimmt wurden. Sie erklärte, dass bereits sieben Autos pro Stunde ausreichen können, um eine große Population zu beenden, auch Gifte auf Äckern und Pilzerkrankungen zu den Gefahren für Amphibien zählen.

Neben den Kröten und Molchen wurde aber auch die Haselmaus nicht vergessen. Einen geringen Bestand fanden die derzeit zwölf Aktiven der Naturschutzinitiative Meinhard bei den Haselmäusen vor, als sie nahe Grebendorf damit begannen, diesen zu stabilisieren und die punktuellen Vorkommen miteinander zu vernetzen.

Frühjahrsexkursion der Vogelschützer in Meinhard

„Man darf in die Nähe der Haselmauskästen keine Vogelkästen hängen“, erklärte Hiddemann den Teilnehmern. Mit Fotos zeigt er, dass die Mäuse es komfortabel mögen und sich gern in den Nistkästen der Vögel niederlassen. Dort werden sie allerdings von diesen auch wieder verdrängt.

Doch auch im Vogelschutz solle es weitergehen, versicherten die Veranstalter. Zudem erinnerten sie bei der Exkursion an den am 25. März 2021 verstorbenen Wolfram Brauneis. Neuer Ansprechpartner ist Jörg Friedrich, der nun als Kreisbeauftragter für Vogelschutz agiert. Sein Dank galt allen, die sich für den Vogel- und Naturschutz einsetzen. Als Beispiel nannte er die auf Sichthöhe und in Bereichen mit viel Gestrüpp angebrachten Haselmauskästen, die jährlich für den Bau neuer Nester gereinigt werden.

Fundstück: Ein Kern, an dem die schützenswerte Haselmaus ihre Spuren hinterlassen hat.
Fundstück: Ein Kern, an dem die schützenswerte Haselmaus ihre Spuren hinterlassen hat. © Eden Sophie Rimbach 

Im Anschluss an die Exkursion lud er zu weiteren Gesprächen und zum gemeinsamen Informationsaustausch im Gasthaus Seeterrasse Meinhard See ein. An der Exkursion teilgenommen haben die Ortsbeauftragten für Vogelschutz im Werra-Meißner-Kreis, die Mitglieder der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) Werra-Meißner und weitere Interessierte.

Von Eden Sophie Rimbach tli

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