Einen Horst für jedes Dorf

Meinhard will Storchengemeinde werden und Nisthilfen bauen

Haben sich durchgesetzt: Das Weißstorchenpaar, das bereits im vorigen Jahr in Schwebda brütete, hat sich auch in diesem Frühjahr auf dem Steinernen Haus niedergelassen.
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Haben sich durchgesetzt: Das Weißstorchenpaar, das bereits im vorigen Jahr in Schwebda brütete, hat sich auch in diesem Frühjahr auf dem Steinernen Haus niedergelassen.

Meinhard will eine hessische Storchengemeinde werden. Noch in diesem Sommer sollen alle Taldörfer der Gemeinde – also Jestädt, Grebendorf, Frieda und Schwebda – mit mindestens einer Nisthilfe für Störche ausgestattet werden.

Meinhard - „Die Nisthilfen für die Störche sollen im Sommer die Kinder im Schlosshof in Grebendorf bauen, die an den Ferienspielen teilnehmen“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill.

Den Ausschlag für das Projekt Storchendorf hat ein Storchenpaar im vorigen Jahr selbst gegeben, als es sich auf dem Dach des Steinernen Hauses auf dem Rittergut in Schwebda niedergelassen hatte, um dort vier Jungvögel großzuziehen. Das war eine kleine Sensation, denn das Paar war das erste seit über 20 Jahren, das sich im Werra-Meißner-Kreis zur Brut niedergelassen hatte.

Die Attraktivität des Standortes dank der nahrungsreichen Werraauen hat sich in der Storchenszene während des Winters offenbar rumgesprochen. Denn um den Horst in Schwebda kam es in diesem Frühjahr zu schweren Flügelkämpfen zwischen zwei rivalisierenden Weißstorchpaaren. Denn plötzlich hatte sich zweites Paar dort eingefunden und wollte dort nisten, wurde aber letztendlich vertrieben. Dafür wurde ein Storchenpaar auf dem Rathaus in Grebendorf und auf dem Schloss in Jestädt gesichtet, das dort überm Dach kreiste. „Lust auf einen kompletten Horstneubau hatten sie dann aber offenbar doch nicht“, sagt Brill.

Das soll nun ab der nächsten Brutsaison anders werden. Für Jestädt und Grebendorf liegen die Standorte für den sozialen Wohnungsbau für die Störche nahe: das Rathaus und das Jestädter Schloss. In Frieda und Schwebda müssen geeignete Dächer in Absprache mit den Eigentümern, möglichst in Werranähe, gefunden werden.

Der Bürgermeister sieht in dem Plan, aus Meinhard eine Storchengemeinde zu machen, auch die Schaffung einer schlüssigen Nahrungskette. Immerhin sorge die Gemeinde jedes Jahr dafür, dass während der Krötenwanderung die Straße zwischen Jestädt und Grebendorf gesperrt wird. Fühlen sich die Störche dann in der Gemeinde Meinhard dank des gut gedeckten Tisches wohl, könnte das auch zu neuem Kindersegen in der Gemeinde führen und die wiederum brauchen einen Kindergarten.

Derweil brütete das Storchenpaar in Schwebda die nächste Generation Meinharder Weißstörche aus, die bald schlüpfen wird.

Von Stefanie Salzmann

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