Straße am Schwalbenthal wird gesichert

Abrutschgefahr am Meißner: Fahrbahn zwei Monate dicht

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Schon seit Monaten halbseitig gesperrt: An der Landesstraße 3242 oberhalb des Hauses Schwalbenthal ist im Februar ein Teil der Böschung abgerutscht. Damit das nicht wieder vorkommt, wird die Straße jetzt gesichert.

Hoher Meißner. Für zwei Monate wird die Straße zwischen dem Schwalbenthal und dem Frau-Holle-Teich komplett gesperrt. Grund sind Hangsicherungsarbeiten: Bereits im Februar ist ein Stück der Böschung abgesackt, sodass die Straße dort seitdem nur noch halbseitig befahrbar ist.

Noch im Mai teilte Hessen Mobil mit, dass man den Bereich weiterhin intensiv beobachte, die Verkehrssicherheit des Abschnittes aber gewährleistet sei.

Das ist nun offenbar nicht mehr der Fall: Wie die Straßenverkehrsbehörde mitteilt, wird die Straße ab Montag, 23. Oktober, bis voraussichtlich Freitag, 22. Dezember, voll gesperrt, damit diese gesichert und so vor einem weiteren Abrutschen geschützt werden kann. Die Umleitung ist ausgeschildert und erfolgt in beide Fahrtrichtungen über Vockerode, Wolfterode, Frankershausen und Frankenhain. 

Entschieden hat man sich dazu, die Straße mit einer rückvernagelten Spritzbetonwand zu sichern: Die wird, wie der Name schon verrät, nicht gebaut, sondern aufgespritzt. Diese stützt dann nach Angaben von Hessen Mobil sichtbar den abgegangenen Bereich, der auch die Größe für die Wand vorgibt: etwa 17 Meter lang und rund zwei Meter hoch. Die Wand ragt dabei aber nicht in die Höhe, sondern befindet sich rechts unterhalb der Straße im Hang (in Fahrtrichtung Frau-Holle- Teich blickend). 250.000 Euro sind für diese Sanierung veranschlagt.

Haussicherung nicht absehbar

Das Haus Schwalbenthal, durch den Hangrutsch des Hohen Meißners ebenfalls in seiner Standfestigkeit bedroht und bereits gesperrt, wird durch die Wand nicht mit abgesichert. Das liegt laut Hessen Mobil daran, dass es sich um „zwei völlig unterschiedliche Bereiche und Befunde“ handelt. So sei der Hangrutsch an der Straße „oberflächlich und vermutlich auf einen Wassereintritt zurückzuführen“. Ganz anders stelle es sich jedoch am Schwalbenthal dar: Dort handele es sich um eine geologische Zone, in der sich der Felskörper in der Tiefe bewegt.

Wie und vor allem wann der gesichert wird, stehe noch nicht fest: „Rechtliche Fragen zur Baurechtschaffung in dem ökologisch sensiblen Gebiet müssen noch geklärt werden“, teilt Hessen Mobil auf Anfrage mit, „ein Baubeginn ist hier noch nicht absehbar.“

Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans hofft jedoch, dass es im kommenden Frühjahr so weit ist: „Noch bin ich deswegen ziemlich zuversichtlich.“ Das liegt auch an dem ersten Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann (Grüne): Zusammen mit Junghans hatte er sich Ende August unter anderem mit Hessen Mobil und der Oberen Naturschutzbehörde zusammengesetzt, damit bald eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann. Sollte es die nicht geben, sei für den 1. November ein nächstes Treffen angedacht. „Bislang habe ich diesbezüglich aber noch nichts gehört.“

Video zum Abrutsch des Meißners aus unserem Archiv:

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