Bergwildpark

Neues Heim für Reh gesucht: Internet-Hit Bambi könnte nach Meißner ziehen

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Freunde für Bambi: (von links) Wolfgang Stricker, Burghard Scheffner, Harald Zindel, Wilfried Eberhardt, Friedhelm Junghans und Karlheinz Giesen zeigten Anja Pahlen und Peter Göbel (rechts) den Bergwildpark Germerode.

Germerode. Die Geschichte des kleinen Rehs Bambi aus Südhessen hat die Menschen auch in der Region bewegt: Das Kitz könnte in den Werra-Meißner-Kreis ziehen, da sich die Zieheltern jetzt den Wildpark Germerode angesehen haben.

Es ist eine bewegende Geschichte: Beim Spaziergang mit den beiden Hunden fand Anja Pahlen im Schlamm an der Gersprenz (Odenwald) ein kleines Rehkitz. „Es war ganz ausgetrocknet und kraftlos“, erinnert sie sich. Durch ein leises Piepen hatte der kleine Rehbock, den Pahlen und ihr Lebensgefährte Peter Göbel auf den Namen Bambi tauften, auf sich aufmerksam gemacht. Mit Ziegenmilch und einer Spritze retteten die beiden Südhessen dem jungen Tier das Leben.

Mittlerweile ist Bambi sieben Monate alt und eine Berühmtheit. Zahlreiche Zeitungen und Fernsehsender berichten über das zahme Rehkitz. Denn mit viel Neugier erkundet er seine Umgebung, kuschelt ausgiebig und hat sich viel von seinen beiden Hundefreunden Zola und Tequila abgeguckt. Sogar stubenrein ist Bambi und Regen mag er gar nicht.

Doch langfristig kann der muntere Rehbock nicht bei Familie Pahlen-Göbel bleiben, deshalb machten sich die beiden Zieheltern am Samstag einen Eindruck vom Bergwildpark Germerode. Durch unseren Zeitungsbericht war Harald Zindel, erster Vorsitzender des Fördervereins, auf die Geschichte aufmerksam geworden und hatte gleich Kontakt zu den in Großzimmern bei Darmstadt lebenden Tierfreunden aufgenommen.

„Das erste Gespräch hat uns gut gefallen, deshalb sind wir hergekommen“, berichtet Pahlen bei dem Rundgang durch den Park. Der kleine Rehbock solle sich wohlfühlen, dies sei das Wichtigste, meinen die Zieheltern. Was ihnen die Mitglieder des Fördervereins zeigen, gefällt den beiden richtig gut. „Ich finde es toll, dass die Tiere untereinander gut laufen und bunt gemischt sind“, freut sich Peter Göbel. Auch seine Lebensgefährtin ist sehr angetan und scherzt: „Unser Rehbock würde gut zu den Ziegen passen.“ Denn die begrüßten die Gäste freudig, ganz ohne Berührungsängste.

Das damals noch kleinere Rehkitz "Bambi" auf einem Bett im Haus von Anja Pahlen und Peter Göbel.

Doch auch die artverwandten Bambis zeigen sich von ihrer besten Seite und kommen vollzählig, um die Tierfreunde zu begrüßen. 17 Stück Rotwild leben im Bergwildpark Germerode, dazu kommen die zwei Rehe Lisa und Klötzchen. Mit viel Liebe kümmert sich Pfleger Wilfried Eberhardt um die Tiere. Auch in der Bevölkerung hat der Bergwildpark seinen festen Platz, gerade für junge Familien ist er immer wieder ein Highlight. Vor Kurzem konnte dank einiger Spenden wieder ein neues Futtermobil angeschafft werden.

Ob das Rehkitz Bambi in den Tierpark einzieht, sobald es kräftig genug dafür ist, wird sich bald entscheiden, doch die Chancen stehen gut. Durch die örtliche Nähe zur in Nordhessen lebenden Verwandtschaft könnten Peter Göbel und Anja Pahlen den Kleinen dann auch regelmäßig besuchen. „Dann kommen wir zum Motorradfahren im Sommer eben hierher“, freut sich Peter Göbel.

Hier liegt der Wildpark Germerode:

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