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Meißner-Sperrung: Straßen sind wegen Schneebruchs nicht befahrbar

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Von: Julia Stüber

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Rolf Fahrenbach Naturfreunde Meißnerhaus
Derzeit gesperrt: die Zufahrt zum Hohen Meißner. © Privat/nh

Die Zufahrten zum Hohen Meißner sind seit Freitag (9. Dezember) gesperrt. Kritik am Vorgehen von Hessen-Mobil kommt vonseiten des Naturfreunde Meißnerhauses.

Meißner – Rolf Fahrenbach vom Naturfreunde Meißnerhaus ist verärgert. Seit vergangenem Freitag (9. Dezember) sind die Zufahrten zum Hohen Meißner gesperrt – weder aus Richtung Velmeden noch aus Richtung Vockerode (ab Jugenddorf) ist das Meißner-Plateau befahrbar.

Der Grund: Entlang der Fahrbahn sind die Bäume so stark mit Schnee bedeckt, dass Äste auf die Fahrbahn stürzen könnten und damit eine Gefährdung für Verkehrsteilnehmer sind. Das teilt Hessen-Mobil mit.

Die Kritik

„Wir vom Naturfreunde Meißnerhaus leben von der Gastronomie. Durch die Sperrung mussten wir Tischbestellungen, Feiern und Buchungen bereits absagen“, erklärt Fahrenbach. Schon während der Pandemie habe das beliebte Ausflugsziel sehr gelitten – teilweise musste es geschlossen werden.

Rolf Fahrenbach Naturfreunde Meißnerhaus
Rolf Fahrenbach, Naturfreunde Meißnerhaus © Hanna Maiterth

Und nun, mitten in der Wintersport- und Tourismussaison, kommt die Sperrung. „Es herrscht bestes Ausflugswetter, die Sonne scheint – die Sperrung ist für uns wirtschaftlich sehr schlecht.“ Und noch etwas ärgert Fahrenbach: Niemand habe sie über die bevorstehende Sperrung informiert. „Keiner hat sich bei uns gemeldet – wir haben es dann selbst bemerkt“, erzählt Fahrenbach.

Die Gründe

„Für den Unmut der Betreiber des Naturfreunde-Hauses sowie der Gäste und den Bürgern, die in diesen Tagen die wundervolle Winterlandschaft auf dem Hohen Meißner genießen wollen, hat Hessen Mobil vollstes Verständnis und bedauert die Straßensperrung ausdrücklich“, teilt Sachgebietsleiter Nico Beck mit. Aber er stellt auch klar: Die Sperrung war und ist im Sinne der Verkehrssicherheit unumgänglich.

Gestern hätten sich Experten ein weiteres Mal vor Ort getroffen, um die Situation zu prüfen und die Gefahren entlang der Straßen zu beheben. Mitarbeiter beseitigten die zahlreichen abgebrochenen Äste, die in den Baumkronen hingen und auf die Fahrbahn zu stürzen drohten.

„Diese Äste sind mitunter so dick, dass sie beim Herabfallen auf die Fahrbahn nicht nur die Straße blockieren und Fahrzeuge beschädigen könnten, sondern auch eine hohe Lebensgefahr darstellen würden. Da sich die Wetterlage etwas entspannt hat, können die wichtigen Arbeiten von den Mitarbeitenden ausgeführt werden“, sagt Beck. Heute sollen zudem akut gefährdete Bäume mit einem speziellen Baumfällkran entfernt werden.

Auch Marco Lenarduzzi vom Geo-Naturpark Frau-Holle-Land meint, dass die Sperrung nötig war. Auch, wenn damit zum Beispiel Winterwanderwege, Loipen und Skatingstrecke nicht in Betrieben genommen werden können. „Ab dem Schwalbenthal bis oberhalb von Hausen sind wir in einer für ein Mittelgebirge typischen Nebelzone. Der Nebel gefriert bei Minusgraden an den Ästen und Bäumen als Raureif fest und führt zu einer teilweise hohen Belastung.“

Die Aufhebung

Mit den Arbeiten vor Ort ist die Hoffnung groß, dass die Zufahrten aus Richtung Velmeden und aus Richtung Vockerode in den kommenden Tagen für den Verkehr freigegeben werden. „Nach Einschätzung der Fachkräfte könnte die Sperrung aus Richtung Velmeden und Hausen bereits im Laufe des heutigen Freitags aufgehoben werden.“

Die Arbeiten an der Landesstraße aus Richtung Vockerode sind dagegen umfangreicher – daher könne für diesen Bereich noch keine Einschätzung abgegeben werden.

Der Baumschnitt

Dass Straßen, Loipen und Wanderwege wegen des Schnees gesperrt werden mussten, ist kein neues Problem. Auch im Jahr 2010 war der Meißner für die Öffentlichkeit zwischenzeitlich nicht zugänglich. „Es gab dann einen Runden Tisch mit verschiedenen Vertretern. Dort wurde sich geeinigt, dass die Bäume rechtzeitig zurückgeschnitten werden“, berichtet Fahrenbach. Aus den Versprechungen sei allerdings nicht viel geworden.

Laut Lenarduzzi wurde inzwischen eine intensivere Pflege besprochen und für das Frühjahr angesetzt. „Eine Sperrung sollte damit in Zukunft weitestgehend vermieden werden können.“

Hessen Mobil teilt mit, dass die Bäume entlang der Straßen regelmäßig begutachtet und zurückgeschnitten werde. „Die besondere Wetterlage auf dem Hohen Meißner aus Dauerfrost, Schnee und Nebel sorgt aber dafür, dass selbst gesunde Bäume durch die hohe Schneelast brechen. Selbst regelmäßig durchgeführte Pflegearbeiten können Schneebruch nicht verhindern“, sagt Beck.

Von Julia Stüber

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